Der Jahrgang 2009 - aus der Sicht des Winzers
- weniger, aber sehr gut
Trotz bedenklichster Witterungsumstände blieben unsere Weingärten gesund, es gab vollreife gesunde Trauben zu ernten ohne größeren Pilzbefall. 2008 war ein gutes Lehrjahr für die gesamte europ.Biowinzerszene, wir taten uns 2009 nicht sehr schwer, biodynamisch zu arbeiten, erste Verkostungen zeigen sehr duftbetonte, gehaltvolle Weine. Es könnte aber sein, dass bis zum Herbst der Keller ziemlich leer wird, wegen dem Blütewetter blieben die Mengen unter dem Durchschnitt.
Die Winzerfamilie
Leider wurde mein Vater Johann Sen. durch einen Schlaganfall im Februar in den Rollstuhl gezwungen. Zwar machte er nur mehr wenig mit Rebschere oder Traktor, aber heuer mußte es erstmals ganz ohne ihn laufen. Sein Zustand hat sich bis jetzt zum Glück stabilisiert, zuerst schaute es schlimm aus, aber jetzt wird wieder Gehen geübt, wenns nur so bliebe, das wäre schön.
Es hat sich der Betriebsablauf mit langjährigen Mitarbeitern eingespielt, der Rebschnitt ist bereits begonnen, im März werden die Stöcke fertig sein, auch wenn der Opa nicht mitschneidet. Der Generationswechsel ist auch beim Telefonieren spürbar: manchmal werden Telefonate auch von unsern Kindern entgegengenommen, wir bitten um Ihre Rückrufnummer, falls Ihre Nachricht nicht richtig „rüberkommt“. Aber bei Tochter Theresa ist eh immer alles verläßlich aufgeschrieben.
Aktivitäten
Als "alte Hasen" stellen wir Prämierungen nicht mehr so in den Vordergrund, reichen aber nach wie vor viele Weine ein und freuten uns heuer über einige Erfolge:
Bei einer Verkostung von RoterVeltliner von 2008 wurden wir vom Magazin "Vinaria" mit dem 2.besten Platz besonders gewürdigt, in der Auflistung "BestBuy" sogar mit dem 1.Platz. Magazin "WeinPur" befand Weißburgunder Scheiben 08 mit 4 Gläsern. Ebenfalls GrünerVeltliner Weelfel 1999 in einer speziellen 99erKost, somit unter den 10 besten Veltlinern, er war bereits vor 9 Jahren im Vinaria 3.bester. Eiswein GV 2007 kam im Vinum unter die besten 4 mit 16,5 Pkte. GV FelserBerg 07 erreichte im Dezember Gold beim "Internat.BioWeinpreis".
Die Rebe RoterVeltliner wurde von uns heuer eingereicht für die „Arche des Geschmacks“ von SlowFood, als regionales besonders erhaltenswertes Kulturgut. Da wird noch einiges passieren, 2 Handvoll Bio-Winzerbetriebe mit RotenVeltlinern bemühen sich um internationale Anerkennung unserer Weinsortentradition im Slowfoodbereich.
Am Frühlings-Hoffest "WeinKult Nr.8" legte die Partie rund um Bertl Mütter ein fulminantes Konzert hin, angelehnt und inspriert von Quellen aus den 20igern und dem Dadaismus und dessen verblüffenden Parallelen zum heutigen Zeitgeist. Frontwoman Agnes Heginger führte die Partie Cech und Sascha Lackner.
Edi Bangerl gestaltete in einer Performance 3 Bilder mit Lößboden und Farbe, die Bilderausstellung begleitete auch die kommenden Tage die Weinverkostung sowie BioLebensmittelmarkt. Wir würden uns auch 2010 auf Ihren Besuch im Mai freuen.
In Kooperation mit Archehof Familie Wiesner gab es im Juni wieder 2 Weinkulinarien mit Mangalitzaprodukten, wo jeweils rund 20 Personen auf eine Zeitreise zu Lebensmitteln mit Seele gingen, wie sie früher selbstverständlich erschienen.
Nach mehrjährigem Kontakt zu einem Küchenmagazin aus Japan, die unsere Weinqualitäten weiterempfahlen, meldete sich heuer ein interessierter Weinimporteur, der mit österr.Wein neu beginnt, und gleich mit 5 Sorten startete. Besonders die Weißweine harmonieren gut mit japanischer Küche, die nachhaltige Produktion ist in Japan ein großes Thema. Wir sind sehr gespannt auf weitere Entwicklungen.
Im Verkauf gab es heuer viele Kunden, die zuerst vorsichtiger einkauften, es war ja ein spezielles Jahr. Aber man sah, daß die Leute nicht mit dem Weintrinken aufhören, und vom September weg bis Jahresende war keine Rede von Flaute. Ein Blick in den Keller zeigt nur noch wenige Restmengen von 2008, die wir noch dringend brauchen bis zum Jahrgangswechsel.
Übers Weingut
Die neue Etikettiermaschine bewährte sich, das Recycling der Flaschen müßte weiterhin möglich sein, der ökol.Fußabdruck wird ja immer wichtiger.Durch eine neue Solaranlage wurde unsere sehr CO2schonende Hackschnitzelheizung in einen 6monatige Sommerruhe geschickt. Nur wenn der Gärraum im Oktober mehr Wärme benötigt, dann startet die Anlage wieder aus dem Schlaf, auch der Flaschenlagerraum kann so temperiert werden.
Die Demeter-Winzer Österreichs entschieden sich 2009 dafür, nichts an der Traubenproduktion und schon gar nicht im Keller zu liberalisieren. Es war nämlich Anlaß gegeben wegen einer neuen EU-Regelung des Bioweins sowie der großen Pilzprobleme 2008 in Europa. Seit 2009 besteht daher noch mehr Unterschied in Demeterreben und Weinen zu anderen Bioweingütern, welchen Freunde des biodynamischen Weinbaus zu schätzen wissen, aber den größten Anteil der Konsumenten wahrscheinlich nicht interessiert. Was vordergründig zählt, ist, wie der Wein schmeckt, wie gearbeitet wird, da haben Viele wenig Einblick oder Interesse. Es gehört darum schon hier an dieser Stelle bekräftigt, daß das Vertrauen in die österr. Demeterbetriebe aus vielen guten Gründen mehr als gerechtfertigt ist. Wer Details wissen will, jederzeit gerne !
Wir tragen gern ein gewisses Mehr an Risiko, weil wir die saubersten natürlichsten Möste haben wollen, die machbar sind, weil uns das wieder im Keller ermöglicht, ohne irgendwelche Zutaten zu tollen Weinen zu gelangen, die authentisch sind für unsere Böden und Gebiet. Ein schönes Beispiel ist da der Wein Fumberg, welcher jährlich mit rund 15.000 Flaschen eine sehr kräftiges Zeichen gibt, wie Veltliner vom Wagram sich darstellt, auch noch nach Jahren.
Weingärten
Schlagartig wechselte im April der Winter auf hitzige Sonnentage. Wer den Boden naß (zu früh) bearbeitet hatte, erhielt Betonböden als Resultat und in Folge gelbe Rebblätter. Bodenprobleme werden als Zeiterscheinung übrigens immer vielfältiger, wenn das Bodenleben abnimmt. In der Bodenverbesserung liegt aber auch eine Lösung für die Klimaproblematik, jedes Hektar und Prozent Humus bindet große Mengen Kohlenstoff. Unser Gedanke ist: der Boden sollte nach jeder Winzergeneration belebter vorliegen, nicht umgekehrt. Begrünung statt Offenhalten, mit Kompost und biodynamischen Präparaten Boden beleben statt Abtöten mit Herbizid, das Wissen wäre da, aber der allgemeine Trend läuft anders, zumal man das auch amtlich „naturnah“ benennen darf, die Insektizidanwendung wurde auch wieder allgemeiner Standard, Kunstdünger sowieso. Mündige, Rebberge besuchende Konsumenten können hier aber sehr viel bewegen und haben auch schon viel bewirkt im letzten Jahrzehnt.
Die durstigen Rehe schnappten sich viele saftige grüne Triebe, Gr.Veltliner bevorzugt, wir begannen deswegen mit Veraschen als längerfristige Gegenmaßnahme, eine Art Homöopathie. Zäune sind für uns keine Lösung, aber zusätzlich bedarf es sicherlich gemeinsamer Anstrengungen aller Beteiligten am Rebberg. Unsere Begrünung (besonders der Buchweizen) böte den Tieren genug alternatives Futter an. Da die Bodenfeuchtigkeit immer da war, konnte ganzjährig der Boden Grün belassen werden, ohne Umackern, die Regenwürmer und Insekten freuten sich drüber. Viele Gottesanbeterinnen konnten wir sichten.
Die Rebblüte war leider heuer sehr kühl, viele Reben brauchten 3 Wochen zu Fertigwerden, dadurch wurden nicht alle Beeren befruchtet und das senkte das Traubengewicht und die Saftausbeute.
Obwohl der weitere Verlauf schwül und regnerisch war, also sehr gefährlich, konnten wir uns bis anfangs Juli über gesunde Trauben freuen. Dann erwischte ein Hagel die westlichen Weingärten, was dem Riesling weniger weh tat als dem Veltliner, der Weelfel ist dadurch weniger geworden. Eine Teespritzung mit Beinwell und Salbei linderte den Schock, die beschädigten Beeren trockneten schön ein. Der 3.August war damit die letzte Spritzung des Jahrgangs.
Die Lese schien allzufrüh, es war warm und feucht. Vor und in der Weinlese gab es noch einige Regengüsse, es platzten beim Riesling und RoterVeltliner einige Beeren, diese Trauben mußte man auslesen. Man fand durch die Wärme immer wieder Essigbeeren, die nur händisch zu entfernen waren. Dann allerdings hielten die gesunden Trauben, eine gute Ausreifung wurde möglich. Im Oktober konnten dann die besten Bedingngen genutzt werden, die Handlese war vorteilhaft.
Der neue Wein
Erntebeginn war wieder Frühroter Veltliner FLOSS, am 17.September kerngesund, die selber angesetzte Hefe gärte trocken durch. Anfangs November kam der Wein als Spezialität auf Flasche, duftig, 11,1% Alkohol, jetzt leider schon aus. Ab Mitte Jänner gibts jetzt fertig den flaschenvergorenen Pinot NoirWinzersekt 2008, ein Blanc de Noir, der ganz trocken und fruchtig mit gold-kupferner Farbe eine schöne Zukunft verspricht. Der leichte GrünerVeltliner HEFEABSTICH (Wagramterrassen) wurde Ende September geerntet, bereits schön harmonisch und kommt im Februar. Sehr intensive Aromen hat heuer MITTERWEG SauvignonBlanc, pikant in Säure mit guter Fülle. Er hat sich bereits gut geklärt.
Es wurde in den feuchteren Tagen Ende September die Weingärten vom Riesling und Roten Veltliner sorgfältig durchgelesen, damit nur gesunde Trauben weiterreifen. Anfang Oktober konnte RoterVeltliner FELS AM WAGRAM in wunderschönem Zustand eingebracht werden, die Menge etwa wie im Vorjahr, ein fruchtiger Kabinettwein.
Traminer Trio MITTERWEG wurde mit fast 21 Mostgraden vergoren, intensive Rosenaromatik klingt durch, es wird aber leider nur halbe Flaschenmenge. In 3 Etappen wird Weißburgunder SCHEIBEN eingeholt, der einzige Weg wegen den unterschiedlich reifen Trauben. Aber umso vielschichtiger und charaktervoller wirkt er jetzt, vielversprechend aber mengenmäßig heuer leider ganz wenig. In der 2.Oktoberwoche begannen wir mit der Ernte vom GrünerVeltliner FUMBERG, er erinnert an den Vorgänger: sehr fruchtig und harmonisch, druckvoll trotz nur 12,5% Alkohol.
Anschließend ernteten wir Riesling WEELFEL mit knapp 18 Grad Zucker, vergoren in 3 Partien. Er hat viel Marillenfrucht, zugleich ein wunderbares Zucker-Säurespiel, offener als der 2008er in der Jugend. Um den 20.Oktober ernteten wir die Trauben für WEELFEL Veltliner AlteReben mit 19 Grad Zucker. zwar ist die Frucht noch etwas verschlossen, aber Tiefgang und Körper wirken betechend, er wird.wieder ein Klassiker. Die Trauben für Zweigelt Hammer und AEOLIS sind erst ganz zuletzt geerntet worden, nach 5 Wochen wurde abgepreßt. Schon der Junge wirkt rund und samtig, überhaupt nicht eckig. Ende Oktober beendeten wir mit Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG die Ernte, mit 21 Grad ein hoffnungsvoller wuchtig-fruchtiger Spitzenwein, der noch 1 Jahr reifen muß.
Der Jahrgang 2008 – der Bericht aus der Sicht des Winzers
- ziemlich feuchter Anfang, schöne Reifezeit und feucht-kühles Ende
Das Vegetationsjahr 2008 war für Europas Biowinzer etwas anstrengender, aber wenn man das Ganze betrachtet, die Natur korrigierte eigentlich überreichen Fruchtansatz, dafür waren feinfruchtige, extraktreiche, überraschend vollmundige Weine möglich, mengenmäßig leicht unter dem Vorjahr: der 2008er wird sicher anschließen können an gewohnte Qualitäten.
Aktivitäten
Bei Vergleichskosten konnte sich im "Vinaria" Gr.Veltliner FelserBerg 07 unter den TopTen der besten kräftigen Veltliner Österreichs bewähren. Der Riesling Weelfel 07 landete (ebenfalls Vinaria) im Spitzenfeld der besten 15 Rieslinge in der Federspielklasse. Nicht alle unsere Weine wurden zu Verkostungen eingereicht, beim Probieren unseres Sortiments könnten Sie durchaus noch was entdecken.
Das 7.Frühlings-Hoffest "WeinKult"
anfangs Mai verlief sehr stimmungsvoll, die besondere Ehre hatten wir, wieder Gerd Johnke dabei zu haben, 3 Wochen vor dessen Premiere "Im Freien Fall" im Burgtheater. Eingefädelt hat das der Musiker Bertl Mütter, dessen Musikerpartie aus namhaften hochkarätigen Künstlern bestand - Cech, Heginger, Neugebauer - und eine der besten Musikshows boten. Das 2 Meter breite Bild der Lößperformance von Edi Bangerl hängt jetzt über unserer Weinpresse in der neuen Halle, gut geschützt, ziemlich hoch, zwischen den zwei massiven Holzträgern. Es heißt "Thesmophorien 2008", bezogen auf die 3tägigen altgriechischen Feiertage zu Ehren der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter.
Der BioLebensmittelmarkt bot für Viele was Neues aus der Region und eine gute Unterlage zum Weinverkosten. Wenn Sie 2009 zwischen 1. und 3.Mai Zeit finden, Ihr Besuch würde uns freuen, Einladung folgt noch im April.
Die Gelegenheit, BioMangalitzaprodukte zu unsern Weinen zu verkosten, boten wir am Felser Kellergassenfest: das Spanferkel war sehr begehrt, eine Rarität, das Wetter war uns gnädig. Allerdings das Spiel der Deutschen zur FussballEM am Sonntag kostete am Nachmittag Besucher, dafür war das Weinprobieren persönlicher betreut. Durch die Kooperation mit Archehof Familie Wiesner wurde dieses Speisenangebot erst möglich
Jede 2. Wimmer-Czerny-Flasche geht ins Ausland: Der Besuch einiger Export-Partner (Denver, Boston, Brüssel, Vilnius) bestätigte, warum im Export unser Weißwein jedes Jahr zunimmt. Es gibt kaum andere Weltweinregionen, die unseren Weinstil in dieser (leistbaren) Qualität anbieten. Aber auch Händler am näheren und ferneren Heimmarkt hatte 2008 von etwas mehr Umsatz mit österr.Wein berichtet, unser sehr ausgezeichneter 2007er fand sich sehr rasch in den Weingläsern, wir werden versuchen, gerade vom 2007er was wegzulegen, um kaufbare Mengen anzubieten von einem tollen lagerfähigen Jahrgang, speziell bei Reserven und Lagenveltliner und Magnums. Da die Mengen von 2008 von der Natur bedingt im Durchschnitt etwa 15% weniger sind, wird ein Jahr 2009, das vielleicht kein Wachstum bringt, auch nicht unnatürlich sein.
Der Wachstumszwang ist nicht nur ökologisch zu hinterfragen, es war ein sehr turbulentes Jahr mit den Preissteigerungen, 30.000 Flaschen für unseren neuen Wein stehen seit September im Haus, nur um 15% zu sparen und es drohte auch Glas(?)mangel. Bei Etikett und Karton war es nicht viel besser. Alle Branchen spielten das selbe Spiel, es ist nicht lang gut gegangen. Es scheint für 2009 mit diesem Spuk vorbei zu sein, das sollte man nicht vergessen, wenn man die Zeitung jetzt aufschlägt.
Weingärten
Nach einem kühlen Frühjahr begann die Blüte Mitte Juni, zögerte sich aber leider hinaus. Morgennebel - in dieser Jahreszeit ungewöhnlich - bot dem FalschenMehltaupilz eine unsichtbare Startbasis. Häufiger Regen und milde Temperaturen ohne Sonnenlicht im Juli waren genau das Milieu, das von kleinen Schwachstellen aus den Pilz neue Lebensräume erobern ließen. Auch viele konventionell arbeitende Winzer machten im August Erfahrung mit dem Peronosporapilz, aber besonders die Biologen hatten diesmal ein Jahr, das wieder das erhöhte Risiko bewußt machte, biologisch Trauben zu erzeugen..Über 30 Grad Celsius und grelles Licht, dann wäre der Spuk vorbei gewesen, aber leider gab es Sommerhitze 2008 nicht.
Im Juni ungeschützte Rebteile ohne Spritzbelag waren heuer folgenschwer, ganz ohne Verluste war Bioweinbau heuer nicht möglich. Leider gerade die Sorte GrünerVeltliner wies in ganz Österreich die größte Anfälligkeit auf, in Italien besonders Merlot, die Pioniere konnten sich auch nicht an so ein Jahr erinnern. Es gab immer wieder ergiebig Regen, Begrünung war wichtig, damit der Boden gut durchwurzelt und der Wuchs gebremst wird. Bei offenen Böden expandierten die Beeren zuviel und man konnte schon lang vor der Ernte gefaulte Trauben sehen.
Wie oben erwähnt, tendierte das heurige Jahr zu übermäßiger Fruchtbarkeit (trotz üblicher Begrenzung), die Mengenverluste wogen dies teilweise wieder auf, die Reife, die Fülle, der Gehalt wurde erhöht durch Mengenkorrektur der Natur. Riesling oder Weißburgunder waren nicht sehr betroffen, RoterVeltliner war lockerbeerig wie selten, er profitierte sehr.
Jeder zusätzliche Handgriff wirkte reifefördernd, zB. Entblättern und Trauben Freistellen, 2007 war das Gegenteil der Fall.
Der September brachte 3 tolle, sehr warme Wochen, Reiferückstände nach dieser Zeit waren nicht mehr auszugleichen, zu Monatsende kam kräftiger Regen und kühle Temperaturen.
Der neue Wein
Erntebeginn war mit dem Frühroter Veltliner FLOSS am 19.September, kerngesund, die selber angesetzte Hefe gärte trocken durch. Anfangs November kam der Wein auf Flasche, sehr aromatisch, mild, 11,5% Alkohol, spritzig. Man merkt ihm die optimale Reife an. Es wird ab Herbst 2009 einen Winzersekt mit Flaschengärung im Sortiment geben, vom Pinot Noir. Perfektes Traubengut mit 17 Grad, der Grundwein ruht nach dem Säureabbau auf der Feinhefe, begeistert mit seiner blumigen Fruchtigkeit und Pikanz.
GrünerVeltliner (Hefeabstich) WAGRAMTERRASSEN, für die leichte Kategorie konzipiert, wurde Ende September geerntet. Derzeit Aromen Citrus bis Grapefruit, überraschend rund, nicht sauer, man wird im Februar das Ergebnis in der Flasche sehen. Mit tollen 19 Grad KMW standen Trauben des MITTERWEG SauvignonBlanc über Nacht im eigenen Saft, ganz trocken, füllig und pikant, voller exotischer Aromen probiert man jetzt diesen Wein.
Anfangs Oktober war dann der Zeitpunkt zur Ernte der ersten Partie des Roten Veltliners, fast 19 Grad, dunkelrote hocharomatische Trauben, diese zu naschen war nicht zu vermeiden. Jetzt ruht ein vollmundiger fein blumig-fruchtiger Wein mittleren Alkoholgehalts - nach dem Säureabbau leicht verschleiert - an der Feinhefe. Zwar wäre es möglich gewesen, noch mehr zu selektionieren für ein paar Flaschen, aber erst in 2 bis 3 Jahren haben wir mehr und ausreichend Reben, um diese entweder AlteReben - oder Reserve- Selektion umzusetzen, ohne die bisherigen 7.000 Flaschen qualitativ auszuhungern. Aber so ist RoterVeltliner FELS AM WAGRAM heuer sicher wieder eine Nuance besser als im Vorjahr geworden.
Traminer Trio MITTERWEG wurde mit 20 Mostgraden zur Holzfaßvergärung.eingefüllt, die Fässer vor Weihnachten vereinigt zu einem kräftigen aromatischen Wein mit einigen Gramm Zuckerrest.Am 7.Oktober begannen wir mit der Ernte vom GrünerVeltliner FUMBERG , 18 Zuckergrade durchschnittlich. Beim Verkosten überrascht die überhaupt nicht spitze Säure und die Harmonie am Gaumen, Frucht, Schmelz und trotzdem Pikanz, das ist genau der typische Veltliner am Löß.Zwischendurch Auslese von Partien des Weißburgunder SCHEIBEN , es wurden letztendlich 3 Fässer getrennt vergoren. Nach 2 Monaten Gärung ist auch die Säure ziemlich in Fülle umgewandelt, die expressive Frucht und Fülle, mit kleinem Restzucker, sollte wieder an die sehr hohen Qualitäten der letzten Jahrgänge herankommen, knapp unter 13 %.
Ab dem 15.Oktober ernteten wir Riesling WEELFEL mit knapp 18 Grad Zucker, die Reservetrauben blieben weitere 2 Wochen draußen. 2mal dekantiert ruht er jetzt mit viel Marillenfrucht, vielleicht etwas rassiger in der Rieslingsäure, dicht, fast trocken, braucht noch etwas länger Zeit. Die roten Trauben für Zweigelt AEOLIS sind mit fast 19,5 Grad Zucker engebracht worden, nach 7 Wochen wanderte der vergorene Zwegielt ins Faß.
Ende Oktober und anfangs November war es letztlich soweit, gesunde Trauben mit über 19 Grad Zucker vom WEELFEL Veltliner AlteReben, daß die Frucht sehr gut wird, war klar, aber die Ausgewogenheit am Gaumen stellte sich erst nach der Gärung ein, jetzt wirkt er finessenreich und elegant, mit Tiefgang und Körper.Zuletzt kam Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG ins Holzfaß, die selektionierten Trauben waren keine so große Menge wie 2007, aber sehr fruchtig und reif.
DerJahrgang 2007- aus der Sicht desWinzers
- ein frühes trockenes warmes Jahr
Im Jänner hüpften im Weelfel die Heuhüpfer, Distelfalter und grüne Raupen konnte man sehen, Befürchtungen von Winterfrostschäden bewahrheiteten sich gottlob nicht. Der Winter war kaum präsent, zweimal gabs Schnee, im Februar dann Frost, ansonsten war der Austrieb nicht so früh wie befürchtet, anfangs April.
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Trotz der frühen Vegetation und der stressigen Sommerhitze fiel das Weinergebnis klassisch fruchtig aus wie der Vorgänger von 2006 - pikant bis schmelzig, vielleicht um eine Spur runder. Das heiße Wetter war nur für Winzer-Nerven kritisch.
Die Geschwister Theresa (1998) und Simon (2007) Czerny
Danke für die Geduld unserer Kunden, welche von 05 und 06 zuwenig bekamen, mit 07 wird’s wieder besser: Die Reben blieben doch in Winterruhe bis anfangs April, sodaß - überraschend - kein Winterfrost zu beklagen war, auch der frostige 2.Mai verschonte ganz knapp die ersten 3 Blätter. Die Blüte war sehr früh, in der ersten Juniwoche, fertig, das bedeutete Erntebeginn anfangs September, Toleranz 2 Wochen auf oder ab ! Jahrgangsangepasstes Gefühl bei Bodenbearbeitung war nötig.
Spärliche seltene Niederschläge reichten den Reben, von ganz tief unten holten die Wurzeln, was die reichlichen Trauben brauchten. Einige Tage im Juli mit fast 40°C waren kritisch, aber jahrgangsangepaßte Laubarbeit (Sonnenschutz) ersparte uns Traubenverlust durch Verbrennungen. Im August wirkten die Beeren bereits voll, dick und prall, als hätte es geregnet. Krankheiten waren heuer kaum zu bobachten. Unsere letzte schützende Applikation vor der Lese war am 10.Juli mit Fenchelöl und Bazilluslösung (wichtig wegen den Beeren-durchbohrenden Traubenwickler-Raupen). Das starke Licht machte dicke widerstandsfähige Schalen. Die Bodenbegrünung wuchs leider nur langsam auf, aber die reichliche Winterwicke hat über den Winter und Frühjahr Zeit. Das Rebholz in diesem Winter sieht zwar etwas dünner aus, aber sehr ausgereift, sehr hart, optimal. Gesunde Reben leisten viel mehr, als man denkt, wenn man sie läßt.
Der neue Wein
Abkühlungen und Herbstwetter brachten tolle Aromatik und rund 2 Wochen erwünschte Verzögerungen. Erntebeginn war mit dem Frühroter Veltliner FLOSS zwar bereits 1.September, dann kamen 3 Regentage mit 100 mm Regen. (Der Boden saugte alles weg wie nichts, kaum Traubenschäden, weils kühl blieb). 20 Tage Gärung, dann nach kurzer Lagerung kam er Ende Okober auf Flasche, mild, leicht, spritzig (er ist fast ausgetrunken). Roter Traubensaft wurde seit 20 Jahren wieder selber gemacht, 2 Tage kaltmazeriert für Frucht und Farbe, dann heiß abgefüllt, sehr fruchtig ohne Kocharomen.
SauvignonBlanc MITTERWEG kam Mitte September in die Presse, 19° reif, gesund ohne Schäden. Er ist jetzt johannisbeerfruchtig, dicht und lebendige Säure, und fast fertig sedimentiert.
Jetzt startete endlich das wartende, wochenlang verschobene Leseteam seinen Einsatz - wir setzten fort mit GrünerVeltliner HEFEABSTICH, die perfekte Reife zeigt sich im Wein an feiner Frucht und harmonischem Körper, obwöhl der Alkohol nur um 11% liegt. Eine Punktlandung. Dann begannen wir mit der Ernte vom GrünerVeltliner FUMBERG , 18 Zuckergrade durchschnittlich, die insgesamt 12,3% Alkohol brachten. Nach der Kombination der Fässer bemerkt man wieder feine Äpfel und Ananasaromen, am Gaumen Eleganz und immer jahrgangstypischer Schmelz, ganz trocken - wieder ein echter Klassiker.
Ende September bewogen uns Reife sowie einige Problemtrauben, den RoterVeltliner auszulesen, die spätere Partie von Mitte Oktober wurde erst Dezember vereinigt. Feinfruchtig, nicht zu schwer, wie 2006, aber ein wenig runder wirkt er, muß noch reifen. Ebenfalls Weißburgunder SCHEIBEN war auszulesen, da jetzt doch die Feuchte einzelne reife Beeren zum platzen gebracht hatte. Es wurde in 2 Etappen geerntet, getrennt vergoren. Schöne Eleganz und Reife mit kleinem Restzucker sollte wieder eine sehr duftige Kombination ergeben, die 13 Alkohol nicht übersteigt. Traminer Trio MITTERWEG hatte rosenfruchtige reife Trauben, 2 Monate nach der Holzfaßvergärung.wurden die Fässer vereinigt zu einem aromatischen dichten Wein mit etwa 15 g Zuckerrest.
Gelber Traminer im August
Ab dem 3.Oktober ernteten wir Riesling WEELFEL mit 18 Grad Zucker, die Reservetrauben blieben weitere 2 Wochen draußen. Ohne Gärungsproblem ruht er jetzt mit viel Marillenfrucht, wieder dicht, heuer mit deutlichen Zitrusanklängen. Nahezu gesund mit 19,3 Grad Zucker war WEELFEL Veltliner AlteReben, es ergab sich ein vielschichtig fruchtiger Wein mit eleganter Säure, unterlegt von Extrakt und Struktur, erreicht sicher wieder die qualität von 2005 und 2006.
Die letzten Erntetage Mitte Oktober waren dem Rotwein gewidmet, es ist erst da die vollständige Reife der Traubentannine gegeben gewesen: ZweigeltAEOLIS war fast ganz gesund. Pinot Noir EOS hatte einiges auszulesen, die 20 Grad Zucker aber waren auch imposant, schmeckt jetzt schon. Die Roten 07er werden besonders gut.
Dann kam noch Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG ins Holzfaß, die selektionierten Trauben waren sehr süß, wir wollten aber keine zu hohe Alkoholausbeute. Erst im Jänner kann man genaueres sagen. Der Gr.Veltliner-Eiswein gelang in der letzten Adventwoche mit 29 Grad Zucker, von der Prognose ließen wir uns nicht verwirren, Eisweinerfahrung seit 1990 half, einen günstigen Zeitpunkt zu nutzen, super Ausbeute, viele Fruchtaromen steigen aus dem Gärbehälter.
Bestimmt wird das Weinsortiment wieder gefallen, wir freuen uns, wenn wir Ihnen die Neuen vorstellen dürfen
DerJahrgang 2006 - aus der Sicht desWinzers
- ein feuchter Start mit tollem Finish
Es ist war kein Winterfrost zu beklagen, obwohl die größten Schneemengen seit Jahrzehnten und wochenlange Minusgrade den überaus intensiven Winter kennzeichneten. Die Reben waren in optimaler Winterruhe. Wochenlange Fröste und gute Winterfeuchte bereiteten den Boden optimal auf für kräftiges Holzwachstum.
Extremes Frühjahr
Pünktlich zu Frühlingsbeginn startete die warme Witterung und Schneeschmelze und regnete den Winter weg. Zügiger ausgeglichener Austrieb und Blütenansatz ließ Gutes erwarten. Nach dem guten Start gab es knapp vor der Blüte unerhört kühle anhaltende Witterung, dann beschleunigte eine Affenhitze die Blüte, was (nur) bei GrünerVeltliner zu noch nie erlebtem Verrieseln führte - viele schlecht verblühte Beeren blieben klein, Blüte "verbrannt". Der Streß für die Pflanzen machte sich eben bemerkbar, gute Böden erleichterten vieles, aber es war klar, beim Veltliner wird die Menge unterdurchschnittlich werden. Fumberg etwa hatte mit Wachstum der Traubenstiele unwahrscheinlich viel ausgeglichen, jedoch die Trauben enthielten mehr Holz und weniger Flüssigkeit als sonst - Mostausbeute 60% statt 75. Roter Veltliner und Riesling blieben unberührt von diesen Problemen, im Gegenteil.
Kurzes intensives Sommerwetter
Anschließende extrem heiß-schwüle Wochen brachten in Fels 2 Mal Hagelunwetter: alle 15 ha zeigen noch Spuren, aber nur die Riede Mitterweg ist mengenmäßig stark reduziert. Die langsam abfallenden unverblühten kleinen Beeren des Veltliners waren potentielle Gefahr für den FalschenMehltaupilz, die Hauptgefahr im Bioweinbau. Die extrem heißen trockenen Sommerwochen waren hilfreich, auch wenn immer wieder intensive Gewitter in Fels am Wagram und Gösing (und fast nur hier) niedergingen. Ende Juli hatten wir bereits insgesamt 600 mm Regen. Im August beruhigten sich Niederschlag und Pilzgefahr, war aber im Juli allerhöchst bedrohlich, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Ich hatte in einer Lage etwas mehr Probleme, aber insgesamt bewältigten wir die vielen widrigen Umstände des heurigen Sommers.
Beachtlich waren die Erosionen bei den vielen Gewittern in Felser Weingärten, welche den Boden offen gepflügt oder gespritzt hatten. In einem unserer Weingärten ist jetzt plötzlich der Boden 5 cm höher, weil unsere Gründüngungspflanzen die Wasserströme abbremsten und abgeschwemmte Erde von Nachbarn zurückhielten. Überhaupt nicht zu verstehen sind Winzer, die angesichts dieser Wettersituation nicht reagieren. (Ein 50mm-Gewitter im Juli verursachte auf offenem Boden pro ha eine Flut von einer halben Million Liter Wasser. Wenn mehrere Hektar Boden nackt sind, ergibt das eine Sintflut, genau davon hatten wir heuer einen Vorgeschmack)
Ein Sensationsherbst
Der September blieb trocken und windig-warm, wir konnten ähnlich wie 2005 auf gute reife Qualitäten hoffen. Zucker und Säure waren hoch und harmonisch. Ein Finish, wie schon lang nicht mehr, der Rote Veltliner profitierte.
Erste Ernte am 21.9., Frühroter Veltliner FLOSS mit 18,5 Grad, er ist seit November bereits in der Flasche als leichter duftig-milder Vorspeisenwein (als Vorhut), unser charmantester Wein heuer, rund und sanft. SauvignonBlanc MITTERWEG erreichte sehr hohe Reife, was kein Problem war wegen der Dezimierung durch den Hagel: sehr sortentypisch im Aroma und elegant am Gaumen, lebendige Säure, macht Spaß. Wir beeilten uns - damit der Alkohol nicht zu hoch stieg - mit GrünerVeltliner HEFEABSTICH, er zeigt veltlinertypischer Duftigkeit und trinkfreudige Leichtigkeit, er ist schön mild wegen mäßigen Ertrags. Es folgte die Ernte vom GrünerVeltliner FUMBERG ,
18,5 Zuckergrade, etappenweise geerntet. Drei höchst unterschiedlich duftende Fässer ergaben in der Kombination feine Äpfel und Maracujaaromen zugleich, der Körper dicht und kernig-elegant. In der 2.Oktoberwoche bewogen uns die gute Reife den RoterVeltliner zu ernten, bevor Beeren zum Platzen anfingen: melonen bis marzipanfruchtig, augewogen ohne schwer zu wirken. Ganz klassisch wirkt er jetzt, nicht zu breit.oder alkoholisch. Anschließend vergärte mit Traminer Trio MITTERWEG 20gradiger Traubenmost in neuen Eichenfässer, der wirkt jetzt sehr wohl kräftig, vollmundig, rund und rosenaromatisch. Trotz 2maligem Hagel schafften wir zwei Fässer. Weißburgunder SCHEIBEN wurde in 2 Etappen vergoren und gelesen, 19,5 Grad und etwas pikanter sowie über 20 Grad mit kleinem Restzucker ergab eine sehr duftige Kombination, trotz 2 Hagelgewitter ein tolles Ergebnis.Um den 15.Oktober ernteten wir kerngesunde Trauben vom Riesling WEELFEL mit 18,5 Grad Zucker, die Reservetrauben blieben noch 2 Wochen draußen. Nach gewohnt langsamer Gärung und 2 mal Dekantieren fast blank, man merkt viel Pfirsich und Marillenfrucht, ziemlich dicht, heuer eindeutig ein Rieslingjahrgang. Souverän mit 19,5 Grad Zucker war WEELFEL Veltliner AlteReben dran, in jede einzelne Traube wollte man hineinbeißen, beim Pressen war der Keller von Aromen erfüllt. Die Kombination aus 2 Fässern wirkt kernig feinfruchtig, trotzdem vollmundig, ein Säugling, der - alljährlich - noch einige Zeit mehr braucht. Es gibt heuer wieder Riesling Reserve GÖSINGER FREIHEIT, Steinobstaromatisch, fruchtsüss und ausgeglichen, nicht so extrem wie 2004. Zwar wäre er heuer eher zu trinken, jedoch bitte nicht vor Herbst, siehe oben. Die folgenden Tage waren dem Rotwein gewidmet, es ist besonders viel Farbe und Reife in der Traube: Der AEOLIS hatte 20 Zuckergrade, die Beeren verführten zum Anbeißen, Zweigelt Hammer, war kaum schlechter. Pinot Noir EOS war ganz gesund, mit 20,5 Grad Zucker genau am Punkt, nach der Gärung schon angenehm zu kosten. Den Schlußpunkt bildete Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG : nach Vergärung im Eichenfaß duften Fruchtigkeit und Reife gleichzeitig. Es braucht noch 8 Monate Lagerzeit bis zum Ende des Ausbaus
DerJahrgang 2005 - aus der Sicht desWinzers
- weniger Menge, aber viel Gehalt
So sehr das Wetter im heurigen Vegetationsjahr urlauberabschreckende Nässe und Kühle mit sich brachte, für die Trauben war es anscheinend grad angenehm. Qualitativ muß man sich bestimmt nicht beschweren.
Vegetationsverlauf
Leider gab es während des Austriebs Ende April einen kleinen Spätfrost, der einige Hauptaugen kostete. Anscheinend wurde auch die Veranlagung der jungen Trauben 2004 etwas kleiner angelegt, wie sich dann bei der Ernte zeigte. Einige Prozente an Botrytistrauben durch den Regen, alles zusammen ergab weniger Wein, ähnlich wie 1995.
Mehrere Hochwasserereignisse in Westösterreich zeigten den Klimakontrast zum Wagram besonders deutlich - während das Getreide Mitte Juli von unseren Feldern kam, dauerte es in Teilen Oberösterreichs und Bayerns 5 bis 6 Wochen länger.
Immer konnte die Blattmasse arbeiten, sodaß die Reife früher eintrat, als es die ziemlich späte Blüte - Ende Juni, fast wie 2004 - vermuten ließ. Zielstrebig gings von der Endreife bis zum Erntebeginn, ohne sich wochenlang zu verzetteln (so wie im Vorjahr). Der warm-trockene September brachte eine optimale Reifebeschleunigung, die Wurzeln hatten es schön feucht, die Blätter waren gesund und lieferten reichlich Assimilate an die Beeren ab. Die frühen hohen Zuckergehalte wären fast auch zum Verhängnis geworden: im warmen August-Regen neigen süße weiche Beeren zum Aufplatzen : und Niederschlag gab es im August 2005 wirklich mehr als genug, ein Wolkenwirbel wie ein großes Wasserrad drehte sich ausdauernd über dem Alpenraum, während West und Nordeuropa viel Sonne hatte. 2002 war auch viel Wasser da, aber anschließend folgte wochenlang Sonne.
Dieses stabile Hoch stellte sich 2005 ziemlich spät - im Oktober -ein, für frühe Regionen zu spät. Es hielt ein dafür dann monatelang und stand wie eine Mauer.
Die biodynamischen Behandlungen (2x Hornmist, 2x Kiesle, 1x Fladenpräparatmit Schachtelhalm) scheinen spürbar zu wirken, deutliche Wuchs und Vitalitätssteigerung in schwächeren Anlagen, Reifebeschleunigung im September)
Die Lese war etwas früher als erwartet
Der günstige Altweibersommer im September bewirkte, daß die Zuckerwerte schneller anstiegen, als erwartet. Die Naturhefegewinnung erfolgte Mitte September, und der Erntestart wurde auf den Tag vor einen größeren Regen bestimmt: FrühroterVeltliner FLOSS mit 18°KMW, der fertig vergoren und seit November bereits im Verkauf befindliche Wein ist sehr fruchtig, dicht, mit harmonischer Säure, sehr spritzig und elegant. Dann kamen 2 Regentage. Der GrünerVeltliner HEFEABSTICH kam vom 18.10. bis 20.10 in den Keller, nach sehr langer Gärdauer zeigt er sich wieder von expressiv veltlinertypischer Duftigkeit und Pikanz, 11% Alkohol und dem 2004er ebenbürtig.
Die darauffolgende Woche erreichte SauvignonBlanc MITTERWEG die Reife von 18,5 Grad, die kleinere Menge der Junganlage wurde schon vor 14 Tagen mit 20° extra abgeerntet und jetzt wieder vereint: sehr sortentypisch im Aroma und elegant am Gaumen, die Säure hat sich jetzt schon eingefügt. Nach kleiner Regenpause wanderte mit Traminer Trio MITTERWEG 20gradiges Traubenmaterial - jetzt sehr vollmundig, rund und rosenaromatisch - ins Eichenfässern zur Gärung, von dem angenehmen Süßerest war unsere Hefe kaum abzuhalten und zu stoppen, erst durch kühle Dezembernächte.
Der Mittelteil (frühester Weingartenteil) vom GrünerVeltliner FUMBERG , erbrachte wieder optimale Reife, der Erntezeitpunkt der anderen Teile war deutlich später - bis Mitte November. Das Ergebnis schmeckt höchst verschieden, aber jedes Faß hat was für sich. Alle etwa 12%Alkohol, eines mehr nach Zitrusdüfte, das andere mit üppig fruchtigen Apfel, Maracuja und eines molliger. Der Körper wirkt noch spitz, aber mit Winterkälte wird er nach dem Weinsteinaufall wie gewohnt recht harmonisch.
Weißburgunder SCHEIBEN erreichte 19,5 Grad pikant in der Säure bei molligem Körper und blütenhaftem Duft, ein kleiner Restzucker steht ihm gut. Äußerst harte Selektionsarbeit machte sich bezahlt, diese Sorte hatte am meisten unter dem Augustwetter gelitten. Der RoterVeltliner wurde genau ausselektiert, die Reife war hervorragend, der Wein braucht noch Zeit, aber wird dieser Vorgabe sicher gerecht. Mitte Nobember ernteten wir vollreife kerngesunde Trauben vom Riesling WEELFEL mit 18,5 Grad Zucker, jetzt Pfirsich und Marillenfruchtig, dicht, rassige Säure, ähnlich dem Vorjahr, nur weniger.
Die zweite Novemberhälfte begann mit dem WEELFEL Veltliner AlteReben und brachte schönes vollreifes Traubengut mit 19,5 Grad, expressive Veltlineraromen zeigen sich nach der langen Gärung. 15% weniger Liter sind eine Garantie für viel Gehalt.
Die folgenden Tage waren dem Rotwein Zweigelt Hammer gewidmet, der die schönen Herbsttage nutzen konnte und daher erst zm Schluss dran kam. Die Trauben der 40 Jahre alten Weinreben konnten dem feuchten Spätsommer gut überstehen, die jüngeren erwartungsgemäß weniger. Der AEOLIS hatte.20 (!) Zuckergrade, nach dem Ende des Säureabbaus im Mai sehen wir weiter.
Der Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG ergab bei knappe 20 Grad wieder gewohnt aromatischen Veltliner, der noch ein Jahr Lagerung vor sich hat.Er wandert grad vom Eichefaß zum Tank und könnte die außerordentliche Qualität des 2004ers erreichen, es gleicht aber bekanntlich nie ein Wein dem anderen, drum wird die Verkostung spannend werden.
DerJahrgang 2004 - aus der Sicht desWinzers
Lange Wartezeit - gute Reife
Es begann mit dem langen, nicht enden wollenden Winter, der bis April immer wieder Schnee brachte und ziemlich lang die Reben schlafen liess.
Ohne das 10wöchige sommerliche Traumwetter hätte es für den Wein 2004 tatsächlich schlecht ausgesehen. Möglichst späte Ernte war allgemein an der Donau das angesagte Ziel, Traubenselektion und viele im Weingarten zurückgelegte Kilometer. Die wirklich reifen Ergebnisse dieses harten Kampfes waren aber die Mühe wert: besonders die Aromafülle und die Eleganz begeistern, genau die Geschmackskomponenten, welche als besonders eigenständig empfunden werden im Vergleich mit anderen Weinländern der Welt. Die Mengen sind bei uns durchwegs geringer ausgefallen. Der erhöhte Arbeitsaufwand, die Investitionen der Vorjahre in die Maschinen, die dies auf allen 14 ha erst ermöglichen, waren mit ein Grund, daß die biologische Wirtschaftsweise sich erneut bewährte und wunderbare Trauben erbrachte, was 2004 sicher nicht so leicht war wie 2003.
Im Weinberg
Der feuchtkühle April ließ die Frühjahrs-Gründüngungsmischung (Roggen, Buchweizen, Platterbse, Sommerwicke, Leindotter, Futtererbse, Phacelia, Ölrettich, Malve, Ringelblume) gut keimen, welche wieder in jeder zweiten Zeile angebaut wurde. Die Traktorfahrzeile wird aus praktischen Gründen erst 2006 bebaut werden. Der Austrieb Ende April ging 3 Wochen später vor sich als sonst, die folgenden Wochen entwickelten die Triebe sich nur langsam. Da der Mai auch nicht wesentlich wärmer war, als die ganze erste Jahreshälfte, endete die Blüte in Fels erst Ende Juni - (so spät wie zuletzt nur 1991) - es dürfte in manchen Gegenden sogar Juli geworden sein. Nach mehreren kräftigen Gewitterregen wechselte Ende Juli das Wetter von feucht-schwül auf sommerlich heiß und trocken und blieb so bis Ende September: dies holte einen Teil des Reiferückstands wieder auf. Außerdem waren Pilzkrankeiten brandgefährlich, diese Gefahr war nun geringer. Die Begrünung wurde heuer sehr hoch, denn wir warteten ab, bis die Pflanzen Samen bildeten, da der Boden bis Juli wegen der vielen Gewitter mehr Wasser abbekam, als die Rebe brauchte. Wir benutzten die erhöhte Wasserkonkurrenz als Vorteil. Also haben wir erst am 1. August umgebrochen und erneut eine Mischung für August bis April (8 einjährige Sorten wie Frühjahr und 3 Winterharte: Roggen, Wicke, Rotklee) ausgesät. Der Gedanke unserer Begrünung ist der, über die ruhige Jahreszeit mittels winterharten Pflanzenwurzeln freie Nährstoffe zu binden, die sonst durch Schnee und Regen ausgewaschen werden, Die Rebe schläft bis April, ja sie braucht erst im Juni wirklich viel Nährstoffe. Das Menge-Güte-Gesetz schlug heuer voll zu, was Ende September noch nicht in der Beere war, ließ sich nur mehr bedingt aufholen. Eine exakte sonnendurchflutete hohe Laubwand machte sich heuer absolut bezahlt, für beste Reife und dicke Beerenhäute gegen den hohen Krankheitsdruck.Die wünschenswerte intensive Nachtabkühlung ab September ließ uns extrem fruchtbetonte Aromatik erhoffen, was sich dann auch wirklich bewahrheitete. Die ersten Trauben zur Naturhefegewinnung wurden Ende September geerntet, aber der eigentliche Erntestart 14 Tage rückverlegt auf 8.Oktober: wie immer war der erste Weingarten FrühroterVeltliner FLOSS mit 17°KMW, der fertig vergoren und bereits im Verkauf befindliche Wein ist sehr fruchtig, dicht, mit harmonischer Säure, sehr spritzig und elegant. Dann kam eine regnerische Woche, leichter Spätfrost hätte fast die Blätter zu früh entlaubt. Der GrünerVeltliner HEFEABSTICH kam vom 18.10. bis 20.10 in den Keller, nach sehr langer Gärdauer zeigt er sich wieder von veltlinertypischer Duftigkeit und Pikanz, 11% Alkohol und dem 2003er ebenbürtig. Die darauffolgende Woche erreichte SauvignonBlanc MITTERWEG die Reife von 18,5 Grad, die kleinere Menge der Junganlage wurde schon vor 14 Tagen mit 20° extra abgeerntet und jetzt wieder vereint: sehr sortentypisch im Aroma und elegant am Gaumen, der Alkohol dürfte weniger sein als im Vorjahr, die Säure scheint sich jetzt doch einzufügen. Nach kleiner Regenpause folgte mit Traminer Trio MITTERWEG 20gradiges Traubenmaterial, jetzt sehr vollmundig, rund und rosenaromatisch. Die folgenden Tage waren dem Rotwein Zweigelt Hammer gewidmet, es sind heuer viel Farbe und Frucht zu verkosten, Der AEOLIS hatte19,5 Zuckergrade, nach dem Säureabbau dürfte er mit 1999 vergleichbar werden. Dann begannen wir mit der Ernte vom Mittelteil (dem frühreifsten) vom GrünerVeltliner FUMBERG , 18,7 Zuckergrade, optimaler Erntezeitpunkt. Die anderen Teile wurden jeweils 1 Woche später bis 7.November geerntet, vollreif, aber doch um 1 Zuckergrad weniger. Das Ergebnis wird nach dem Verschnitt etwa 12%Alkohol aufweisen, mit üppig fruchtigen Apfel,Maracuja und Zitrusdüften. Der Körper wirkt wie gewohnt recht harmonisch. Weißburgunder SCHEIBEN erreichte19,5 Grad und wirkt etwas pikanter in der Säure bei gutem Körper und überschießendem Duft, ein kleiner Restzucker steht ihm gut. Wahrscheinlich wird es heuer keinen Chardonnay Reserve geben, der gesunde Anteil war mengenmäßig zu gering, zu rasch setzte ihm die Feuchtigkeit zu, während der Weißburgunder noch zu 90% gesund war. Von 30.10. bis 3.11. ernteten wir kerngesunde Trauben vom Riesling WEELFEL mit 18,3 Grad Zucker, nach flotter Gärung merkt man viel Pfirsich und Marillenfrucht, dicht, aber noch etwas rassige Säure, sehr klassisch. Der RoterVeltliner ergab nach Ausselektieren von etwa 15% gefaulten Trauben einen melonen bis marzipanfruchtigen gehaltvollen Weißen, der augewogen viel Körper und elegante Säure mit 12% Alkohol aufweist. Erste Verkostungen stimmen euphorisch, trotz des schwierigen Novembers. Die zweite Novemberwoche begann mit dem WEELFEL Veltliner AlteReben und brachte schönes wirklich vollreifes Traubengut mit 19 Grad, nicht so viel Zuckergrade, als er schon 14 Tage früher hatte. Die langsame Gärung ergab einen vollmundigen feinfruchtigen Jungwein, der noch einige Zeit brauche wird. Der Riesling Reserve GÖSINGER FREIHEIT wirkt fruchtig, restsüss und rassig zugleich, wir geben ihm noch ca.7 Monate, dass er zusammenwachsen kann. Der Gr.Veltliner Reserve FELSER BERG ergab bei knappe 20 Grad in der Kombination der Partien, nach hartem Kampf immerhin die kleine Menge von 4 kleinen Holzfässern, Mitte November, so wie 2001. Mit den Prädikatsweinen zeigte sich der Jahrgang sehr günstig, diese Raritäten gibt es erst ab September 2005 in der Flasche - gleichzeitig mit den Reserveweinen. Am 19.November nach 2tägigem heftigen Wind schafften wir durch genaues Auslesen endlich vom Gr.Veltliner eine Beerenauslese mit 30 Grad. Kurze Zeit später, am 26.November gelang durch gutes Timing ein Gr.Veltliner Eiswein am 2.Tag von zwei Frosttagen mit minus 8 Grad Celsius, mit schönen 27,5 °KMW.Die Prognose war keine große Hilfe, unsere Wettererfahrungen seit 1990 umso mehr, was besonders wichtig ist in Jahren mit nicht extrem tiefen Temperaturen. Tatsächlich scheint es der einzig mögliche Termin heuer gewesen zu sein.
Die sehr späte Lese
DerJahrgang 2003 - aus der Sicht desWinzers
- ein wunderbares Geschenk der Natur
Nach dem langen kalten Winter, der bei uns viel Schnee brachte und ziemlich lang die Reben schlafen liess, gab es einige Stöcke, die ausgefallen waren. Der Austrieb anfangs April ging mit Schnee und Kälte vor sich, das dürfte mit ein Grund sein.
2003 wurde ein sehr warmes, ungewöhnlich frühes Jahr, voller Ehrfurcht besinnt man sich jetzt langsam, was für herrliche Trauben uns da heuer gewachsen sind und ob wir eigentlich nochmal so eine winzerfreundliche Ernte erleben werden - gewaltige Frucht und vollendete Balance scheint das Ergebnis zu sein.
Der Vegetationsverlauf 2003 erleichterte uns unser 1. Jahr, in dem wir Wein und Äcker ganz und endgültig auf biologische Wirtschaftsweise umstellten, obwohl wir schon seit den 80ern liebäugelten und in den letzten Jahren Anpassungen machten, damit 2003 keine gewaltigen Umstellungen stattfanden.
Die Blüte war nicht sehr früh - im Juni - vonstatten gegangen, aber sehr rasch und kurz. Jedoch durch ungebrochene anhaltende warme Witterung und einigen Gewittern dazwischen wurden die Reben zu beschleunigter Entwicklung forciert, die einen Vorsprung ergab, welche die Ernte Anfang September (wie 2000) erwarten ließ.
Anfangs August erreichten dann auch Ostösterreich die Extremwerte über 35 Grad Celsius, die vorher eher mehr Süd- u.Westeuropa betrafen, aber nicht mehr als 3 Wochen. Eine äußerst glückliche Niederschlagsverteilung bei uns am Wagram, die tiefgründigen Böden und unsere zahlreichen alten tiefverwurzelten Reben haben bewirkt, trotz schwieriger Situation die Ernährung des gemäßigten Traubenansatzes zu bewerkstelligen, ja es war sogar äußerst positiv zu bemerken, daß kleinere Beeren, Dickschaligkeit (dadurch Aromapotential) und Konzentration an Inhaltsstoffen heuer durch diese Gratwanderung besonders gefördert wurden. Auch waren keinerlei Krankheiten zu beklagen. Die Hitze- u. Sonnenbrandgefahr scheinen durch unser seit ca. 1990 betriebenes Laubarbeitskonzept (Senkrechtes Triebformieren, früh Trauben freistellen durch Geiztriebausschneiden in Traubenzone, dann richten sich 1. - 5. Blatt selbst darüber wie ein Sonnenschirm, ohne Luftigkeit zu beeinträchtigen) nicht das Problem gewesen zu sein.
Der Probelauf der Ernte war tatsächlich 26.August mit Traubensaft, Malvasier FLOSS und 17 gradigem GrünerVeltliner, allerdings von 6 Uhr früh bis 10 Uhr 30, dann nachher war es uns zu heiß. Das wirkliche Problem lag nur in der Traubentemperatur ab Mittag, in der Nacht kühlte es schon ab bis 12 Grad. Eine schöne kräfig gärende Naturhefe war auch unsere Ausbeite dieser Woche.
In der ersten Septemberwoche fand durch eine Regenfront die langersehnte Abkühlung statt. Der leichte Schaden durch Hagel in einer 3 Minuten dauernden Sturmböe konnte gut austrocknen, die Hagelseite wurde aber von uns ausgelesen. Der GrünerVeltliner HEFEABSTICH kam nun dran, fruchtige Trauben mit erfrischender Mostsäure, die im Wein pikant spürbar ist, mit sehr veltlinertypischer Duftigkeit nach Äpfel.
Die darauffolgende Woche erreichte SauvignonBlanc MITTERWEG die Reife von 19,5 Grad mit wunderbarer Säure: der Wein wurde so würzig, so sortentypisch im Aroma und elegant am Gaumen, daß ich behaupte, 2003 ist im allgemeinen duftiger und eleganter als die wuchtigen 2000er, vermutlich durch die geringeren Traubengewichte und bessere Bilanz der Assimilationsleistung, zumindest in Fels am Wagram. Die folgenden Tage begannen wir mit der Ernte vom Mittelteil (dem frühreifsten) vom GrünerVeltliner FUMBERG , etwa 2 Wochen liegen dazwischen bis zum höchstgelegenen Teil. Das Ergebnis ist (jetzt noch, vorm Verschnitt) ein Fass mit üppig fruchtigen Apfel,Maracuja undBananendüften, ein Fass mit pfeffrigen Stachelbeeranklängen und eines mit zartfruchtiger Zitrusversion. Der Gaumen wirkt ausgewogen, pikant und trinkanimierend.
Die dritte Septemberwoche folgte mit Traminer Trio MITTERWEG, welcher feurig-aromatisch erscheint. Riesling WEELFEL mit 18,2 Grad Zucker und schöner Säure wirkt so marillenfruchtig und ansprechend, dass der Most und Jungwein schon großes verspricht. Weißburgunder SCHEIBEN erreichte die 20 Grad kerngesund und wurde vollreif abgeerntet, er erinnert mich an den 1995er, welcher fruchtig, leichtfüßig, und vollmundig zugleich wirkte - heute noch ein wunderbares
Gewächs. Der RoterVeltliner wurde in einem der besten Reifezustände der letzten Jahre zu Wein verarbeitet, es wurde wieder ein rassig-fruchtiger, nicht allzu schwerer (ca. 12%) Weißweinklassiker. Chardonnay Reserve war mengenmäßig etwa 20% geringer, aber dafür passte das Ergebnis, welches erst im September 2004 zu verkosten sein wird.
Die letzte Septemberwoche war dem Rotwein Zweigelt Hammer gewidmet, voller Andacht kostete und betrachte man, was uns da die Natur heuer schenkte - mit Sicherheit die besten roten Trauben jemals, soweit ich mich erinnere, ohne zu übertreiben. Die Reserve wird nicht vor 2006 abgefüllt und lag wieder besonders lange nach der Gärung an den Schalen (man möge sich den 2000er im Geiste vor Augen halten). Unser 2. Sohn (Geburt Oktober 2003) suchte sich einen Super-LagerJahrgang aus.
Der Oktober begann mit dem WEELFEL Veltliner AlteReben und brachte aromatisch goldgelbes Traubengut in bestem Zustand. Der Jungwein ist expressiv wie immer, aber besonders harmonisch und ansprechend - so, als könnte man ihn fast jetzt schon trinken. Der Riesling Reserve GÖSINGER FREIHEIT kam auch mit 20 Grad in die Presse, er dürfte sehr fruchtig werden.
DerJahrgang 2002- aus der Sicht desWinzers
- ein unvergleichliches UnwetterJahr, dem Felser Wein hats (bis jetzt) kaum geschadet
Niemand kann sich an ähnliche Extreme in 1 Jahr erinnern. Zuerst trockener Winter. Die Vegetation lag heuer deutlich im Vorsprung durchs heiße trockene Frühjahr bedingt. Die tiefen Lößböden vom Wagram hatten gerade noch genug Wasser für die Wurzeln zur Verfügung, bis dann im Juni das Jahr sich komplett wandelte auf Wasserüberschuss: (Regenwerte kann man dem Link entnehmen) Der trockenste Mai seit überhaupt ging einem gewitterreichen Juni, Juli, August und Oktober voraus. Die Reben hatten viel Wasser und Nahrung für überschießendes Wachstum - bremsen durch konkurrenzierenden Grünbewuchs im Boden war unsere Gegenwehr. Aufgelockert hatten wir schon im April.
Die Blüte war anfangs Juni, vermutlich wird bei uns die Ernte am 20.September mit dem Frühroten Veltliner losgehen, so wars dann auch.
Nach der RiesenHagelWolke vom 3.Juli , die von Senftenberg donauabwärts bis Fels zog, waren wir sehr geschockt, jedoch hat es bei uns nur die südlichen tiefgelegenen Weingärten gestreift, 1 ha Veltliner komplett, aber wir hatten großes Glück Deshalb setzten wir die Traubenausdünnung weiter fort, denn der Herrgott meinte es heuer viel zu gut mit dem Traubenansatz unserer Reben.
Das AugustJahrhundertHochwasser von Kamp und Donau betraf uns nicht direkt (Fels steht ca. 20 m höher auf einer eiszeitl.Schotterterasse), aber von unseren Weingärten aus bot sich das Bild eines riesigen Sees zwischen Rohrendorf/Krems und Grafenegg. Auch entlang der Kampmündung in die Donauauen bei Grafenwörth bis Altenwörth war viel Wasser sichtbar. Zum Glück brach kein Donaudamm, sonst wäre das historische Felser Ortswappen wieder aktuell geworden: Kirche, Rebe,Wasser, Boot, usw. Das Unglück der südlichen Nachbargemeinden war trotzdem groß genug: 2mal kam der Kamp, zum Schluss gemeinsam mit der Donau, zuerst von vorn, dann von vorn und hinten, das hatte kein Experte vorausgesehen - der Mensch war fast machtlos.
Weingärten stehen bei uns wegen der Winterfröste und der Exposition wegen nicht in den Niederungen bei den Gewässern, daher war der Wein nur indirekt betroffen: 300 mm Regen in 10 Tagen, Erosionen (durch lockere Erde in umgebrochene Böden) gab es gewaltige, in unseren begrünten Weingärten nur Kleinigkeiten - unsere Bodenbearbeitung bewies, daß begrünte, belebte Böden Wasser und Erde festhalten und trotz weicher Erde Pflanzenschutz mit dem Traktor zulassen, was genau in dieser Situation qualitätsentscheidend war.
Eine sonnig-heiße trockene Spätsommerperiode beschleunigte anschließend bei der Traubenreife. SüdOstWind trocknete endlich wieder den Boden ab, gerade rechtzeitig für fäulnisempfindliche Burgundersorten. Diese Wetterlage hielt einige Wochen an, dadurch gelangten die Zuckerwerte in erwünschte Bereiche, es schaut sehr gut aus, auch Säure und Aroma passt. Einzig hagelgeschädigte Beeren machten in gewissen Lagen zu schaffen. August und September waren derart sonnig, daß die Trauben optimal ausreiften und bis anfangs Oktober Zuckerwerte bis 18 Grad emporschnellten - bis zum Wetterumschwung.
Man vermutete den Erntebeginn am 20.September mit dem Frühroten Veltliner FLOSS, so wars dann auch - vollreife17,5 KMW. In kurzer Hose und Sandalen wurden die Nachwirkungen des JuliHagels beseitigt durch HandSelektion: gesunde Trauben in die grünen Boxen und ca.20% Angefaultes kam in graue Boxen.
Auch beim GrünerVeltliner HEFEABSTICH Ende September wurde selektioniert, bei 17 Grad um zwischen 11 und 11,5% Alkohol zu landen. Man merkte deutlich die Ertragsregulierung im Reifefortschritt, aber auch Lagenunterschiede - 4.Oktober konnte der SauvignonBlanc MITTERWEG mit 19,3 KMW geerntet werden, ebenfalls Traminer MITTERWEG mit 20,5 Grad. Dann wurde die Weißweinernte unterbrochen. Es kündigten sich Regenfronten an, so begannen wir mit Durchlesen beim Zweigelt im HAMMER. Bis zum 10.Oktober waren unsere 2 ha Rotwein abgeerntet bei 18 - 20 Grad KMW und kräftiger dunkler Farbe. Es sollte sich in Folge auch für den Zweigelt Reserve CUVEE ALLIER richtige Entscheidung herausstellen.
Der enttäuschende Oktober war meist feucht (110 mm Regen, mehr als die 2fach übliche Menge), es gab kurze aber doch trockene Tage, um auszulesen und dann je nach Sorte doch zuzuschlagen. Zum Durchlesen blieb jede Menge Zeit, auch für Kellerarbeit als alternative Beschäftigung , die Personalkosten (Erntebereitschaft bis Anfang November) sind heuer nicht gering gewesen. 2 bis 3mal durchwanderten wir die Anlagen.
Roter Veltliner und Gr.Veltliner FUMBERG wurden bis Ende Oktober geerntet, auch Riesling WEELFEL, der kerngesund und wunderschön war wie nach Wunsch. Der Weißburgunder SCHEIBEN erforderte wesentlich mehr Aussortierung.
Nach dem Föhnsturm Ende Oktober war GV Weelfel AlteReben am 2.November bereit - goldgelbgrüne Trauben, dickschalig und aromatisch. Die ausselektionierten Rieslingtrauben für die GöSINGER FREIHEIT waren auch vollreif.
Am 15.November wurde nach einigen Tagen Föhn die Veltliner Reserve FELSER BERG mit 20 Grad gelesen, sie kommt erst im September an die Öffentlichkeit. Der Abschluss der Lese erfolgte mit dem EISWEIN vom Gr.Veltliner (34KMW) am 9.Dezember bei -10°C, witzigerweise der gleiche Montag wie im Vorjahr.
Die Aromatik ist heuer sehr ausgeprägt bei ausbalancierter Säure, ein hochinteressanter Jahrgang, der sicher sonnigen ausgereiften zu zählen sein wird, so widersinnig das auch klingt.- vom perfekten österreichischen Jahrgang doch nicht alles ins Wasser gefallen ?
Erinnerungen an 1998 kommen wieder hoch. Die Vegetation schien heuer ziemlich im normalen Zeitmaß zu liegen. Die tiefen Lößböden vom Wagram hatten genug Wasser-Reserven für die Wurzeln zur Verfügung, heuer war der April und Mai ausreichend regenreich. Die Reben konnten sich vom Vorjahr(hitze)streß scheinbar vollkommen erholen. Die Blüte konnte erst Mitte Juni starten, sodaß die Ernte frühestens Ende September losgehen dürfte, soweit das abschätzbar ist. Nach heißen trockenen Perioden im Juni kam im Juli viel Regen, es ist 2001 eine sehr gute Verteilung von Sonne und Wasser gegeben. Wir befürchteten Reiferückstände und machten überall konsequente Ertragsbeschränkung: bei Weelfel und Scheiben sogar Einzeltrauben pro Trieb. Auch eine perfekte Triebverteilung wurde wieder überall maschinell durchgeführt, dazu begleitend per Hand Geiztriebentfernung in der Traubenzone. Obwohl das feuchtschüle Wetter auch Sorgen bereitet, schaute noch alles optimal aus, um nicht zu sagen perfekt (zumal wir in Fels auch keinen Hagel hatten). Wahrscheinlich ist die Hauptlese im Oktober. Der Rest ist Spekulation...
... So, hier gehts weiter (28.9.2001)
Die höchsten Erwartungen an den Wein wurden geäußert wegen der hohen Zuckerwerte schon anfangs September. Dann aber wurde es feucht und 4 Wochen Regen hinterlassen eben Spuren, bei den Winzernerven und in den Weingärten. Niemand konnte sich jemals an einen so unerbittlich feuchten September erinnern. Rund 80% der Trauben scheinen aber noch gesund und sehr pikant, fruchtig. Wir hoffen auf das beste, das Wetter scheint sich zu stabilisieren.Wir beginnen heuer wieder die Lese mit dem Malvasier ungefähr am 28.September (17 Grad). Dann dürfte der Veltliner im Hammer zwischen 16 und 17 Grad liegen, wenn das gute Wetter anhält. Ansonsten werden wir wieder eine Woche abwarten. Die Trennung zwischen guten und schlechten Trauben wird heuer das Wichtigste bei Allem ! Denn unsere Zucker und Säurewerte in unseren Weingärten stellen mich eigentlich schon zufrieden, sodaß nach ein paar Tagen Sonne und Abtrocknen eigentlich gutes Material in den Keller zu kriegen sein müßte.
... So, hier gehts weiter (12.10.2001)
Die Wetterlage hat sich wunschgemäß entwickelt - ein ungewöhnlich stabiles Herbstschönwetter hat sich über Mitteleuropa festgesetzt, daher haben wir genügend Zeit, auszulesen und die Guten von den Botrytistrauben zu trennen, d.h. die Gesunden lassen wir noch an der Sonne reifen. Nächste Woche werden wir mit den ersten Gr.Veltlinern beginnen - Hefeabstich, Fumberg auslesen. Nun wird mit Vollgas Gefährdetes geerntet und schönes und nicht so schönes Material getrennt. Hohe Säurewerte und viel Aroma sind heuer markante Punkte: der Sauvignon Mitterweg (18,5) wirkt jetzt fruchtig und rassig mit ca.12,5% Alk. 80% der Trauben vom Zweigelt Hammer können leider auch nicht mehr warten.
... So, hier gehts weiter (26.10.2001)
Soviel kann man schon sagen, daß der Oktober der schönste und trockenste war seit 1994. Der September war jedoch 1996 ebenbürtig, zum Glück war er ebenso kühl. Da also der Oktober außer einigen Nebelstunden auch viel sonnige hatte, sind jetzt die meisten unserer Trauben im Keller, nur Weelfel Veltliner, Gösinger Freiheit Riesling und die Veltliner Reserve müssen noch warten. Der Fumberg wurde ein Aromabündel, mengenmäßig weniger um etwa 20 %, Alkohol um halbes % niedriger als im Vorjahr. Die neuen Weine wirken ungemein fruchtig und aromatisch bei pikanter Säure. Besonders der Riesling im Weelfel hat vom Oktober profitiert und hatte mit dem September am wenigsten Probleme. Bei viel Zucker (18,3) hat er aber viel Säure - mal abwarten, was draus wird. Gewaltig fruchtig wird der Traminer Mitterweg und der Weißburgunder Scheiben, welche beide etwa 20,5 Grad hatten, beim Scheiben kamen aber mit 10 Tage Abstand noch 19gradige Trauben hinzu.
Hier gehts wieder weiter (6.11.2001)
Nach Allerheiligen kamen nochmals wunderbar sonnige Herbsttage. Nachdem der Veltliner Weelfel mit 19 und ein paar Zehntel vollreif abtransportiert wurde, kam Riesling GösingerFreiheit (was wir nach dem Auslesen hängen ließen) in bestem Zustand zur Presse - gute 19 Grad. Die Wartezeit bis anfangs November brachte zwar nicht so hohe Zuckerzuwächse wie zB 1998, aber die Säure und Inhaltsstoffe wurden optimal ausgereift. Letztendlich, am 9. 11., kam der FelserBerg Gr.Veltliner Reserve mit 21 Grad dran, der sehr aromatische Most läßt hoffen !
Hier gehts wieder weiter (16.11.2001)
Die meisten Weine sind vergoren und vom Hefedepot weg. Der Chardonnay (20,5 Grad) macht schön brav Säureabbau, der GV Weelfel gärt zuende und springt förmlich aus dem Glase. Es werden sehr trinkfreudig-duftige Tröpferl werden, die Österreich wieder zu Ehre gereichen werden, vielleicht nicht so Alkoholschwer wie 2000.
EnrteSchluss - 10. 12.2001
Gestern war Nachtfrost von - 8 Grad Celsius, wir warteten bis Montag, wo noch kälter prognostiziert wurde, und wirklich kam bei - 11 Grad der Eiswein vom GrünerVeltliner mit fast 40 KMW herein, zwar mit einer Mikromenge von nur 70 Liter, aber noch nie hatten wir so konzentrierten Most in unserem Keller - eine Besonderheit ! Er schmeckt mit seiner hohen Säure sehr angenehm.Die Gärung schreitet zügig voran.
- ein Jahr und ein Wein der Extreme. . .
Die Vegetation ist heuer 3 Wochen früher, die Ernte zumindest um 14 Tage vorne, ein Reifemangel wird heuer nicht das Problem sein. GRUND: Trockenheit und Hitze besonders APRIL (kein einziger Tropfen Regen, normal ist es da kühl und feucht), insgesamt in der ersten Jahreshälfte bis Ende Juli. Die tiefen Lößböden vom Wagram haben aber gottlob genug Wasser-Reserven für die Wurzeln zur Verfügung.
Neues vom Weingut...
Die Familie Czerny erhielt am 24.Mai ein neues Mitglied: Matthias, der jetzt bereits über 3 Zähne verfügt und genau 1,5 Jahre jünger ist als seine Schwester Theresa. Zum gleichen Zeitpunkt arbeiteten wir die 1.Saison mit der neuerworbenen, österreichweit neuartigen Maschine, welche die hohen Laubwände unserer Weinreben in kurzer Zeit aufrichtet und fixiert. Seit 1990 machten wir das händisch, für beste Besonnung und Luftigkeit, jetzt sind wir wesentlich schneller. Im August begannen wir mit einem Bauprojekt - Kellererweiterung mit Traubenverarbeitungshalle - es ist mit Ernte 2001 betriebsbereit, die Technik bleibt aber grundsätzlich die gleiche, welche wir seit 1994 für schonende Traubenverarbeitung verwenden.
Die Qualität unserer 1999er war hervorragend: im VINARIA konnten der Veltliner Weelfel AlteReben und der der SauvignonBlanc Mitterweg mit einem 3.Platz unter den namhaftesten Produzenten Qualität beweisen, der Fumberg Veltliner wurde sogar Erster der Kabinettklasse. Das freut besonders in einem Jahr mit sovielen guten Weinen.
Der Jahrgang 2000 - ein dramatisches Jahr der Extreme...
Fingerspitzengefühl um den richtigen Zeitpunkt war heuer gefragt. Die Vegetation war heuer 3 Wochen früher dran, auch die Ernte; ein Reifemangel wird heuer nicht das Problem sein. GRUND: Trockenheit und Hitze besonders APRIL (kein einziger Tropfen Regen, normal ist es da kühl und feucht), insgesamt in der ersten Jahreshälfte bis Ende Juli. Die tiefen Lößböden vom Wagram haben gottlob genug Reservespeicher zur Verfügung für die Wurzeln, jedoch war die Traubenmenge am Stock ein entscheidender Faktor, ebenso die Bodenbearbeitung. Als mögliche Trockenschäden bereits die Ernte bedrohten (speziell Grüner Veltliner), schlug Ende Juli gerade rechtzeitig die Lage um und brachte intensive Regenfälle, die Weinberge haben die Reserven wieder aufgefüllt.
Die Trauben wurden sehr rasch reif, waren gesund, kleinbeerig und dickschalig. Intensive Zucker-Säure-Messungen ab Mitte August brachten folgende Erkenntnis: höchste Eisenbahn, Einstellen auf ungewohnte Verhältnisse: mit getrennten Lesezeitpunkten oder mit Durchlesen, mit mehreren unabhängigen Ernteteams, die jedes auf eine Woche eingeteilt waren und zwischendurch blätterrupften oder vollgas Trauben zwickten.
Da die Reife sehr rasch fortschritt, haben wir den Malvasier Floss bereits am 5. September geerntet. Auch der Hefeabstich vom Grünen Veltliner (10.September) wurde wunderbar duftig mit pikanter Säure. Zwischen 15. und 25. September wurde der Fumberg Grüner Veltliner geerntet, mit 18,5 Zuckergraden konnte man nicht mehr warten, sonst hat der Wein mehr Alkohol als gewünscht. Aufgrund von Regen und Kälteumschwung kam eine Lesepause.
Mitterweg Sauvignon und Traminer wurden mit 20 Grad und kerngesund in Sicherheit gerettet, bevor Regen kam. Nun gab es eine kritische Zeit: Nebel und warm - unangenehm wegen Botrytis und Feuchtigkeit , die die sehr süßen Beeren platzen lassen könnten.
Nachdem der Föhn bzw. Südostwind das Regenwasser aus den Trauben wegtrocknete, folgten anfangs Oktober Scheiben Weißburgunder, Weelfel Riesling und Weelfel Veltliner - 3 Wochen früher als sonst, aber trocken, dicht fruchtig und mit guter Säurebalance.
Wieder Regen, weitere Lesepause, wieder Föhn und Wind , nun kamen sehr reife Weine mit potentiell 14 Vol% Alk und darüber: Gösinger Freiheit Riesling und VeltlinerReserve FelserBerg. Und da auf die Botrytiszeit etwa 14 Tage trockene kühlere Witterung folgte, konnte sich der Jahrgang 2000 als eines der Süßweinjahre im Donauraum einreihen: am 20. Oktober folgten Veltliner Beerenauslese und Riesling Trockenbeerenauslese mit 33 Grad !
2000 wird sicher ein ausgefallener Jahrgang werden, ganz wie man sichs von so einem speziellen Jahr erwartet !Nach der Flaschenfüllung
Dr.Viktor Siegl: (im Weinbuch UNSER WEIN 2001über die verkostete neue Serie Jg.2000)"Hans Czerny, der als unermüdlicher Promotor und zweifellos einer der allerbesten Winzer seines Anbaugebietes anzusehen ist, hält sich auch mit dem Jahrgang 2000 als Fixstern am Firmament der österr. Weingrößen. Seine überaus reintönige fruchtbetonte Stilistik konnte im Großen und Ganzen auch im Jahrgang 2000 verwirklicht werden; das Niveau ist eigentlich so einheitlich, daß es schwer fällt, einzelne Favoriten hervorzuheben..."
- die
neue Ernte wurde am 21.November mit dem Eiswein (Foto)
abgeschlossen:
Es war ein sehr gutes Jahr, ohne größere Probleme, deshalb gibts weniger
vom Weingarten als anderweitig zu berichten: Nachdem im November 1998 unsere Tochter
Theresa zur Welt kam (gehört seit 6.1. zu den Zweibeinern), wird heuer im Mai die
4.Generation unter unserem Dach um ein zweites Mitglied reicher.
Unsere 1998er Weine
fanden sehr viel Gefallen, besonders die Veltliner: der FelserBerg wurde in Chikago mit 90
Pkt., Kommentar "exceptionell" sehr gut bewertet, er landete in der Zeitschrift
VINARIA bei 160 verkosteten Veltlinern auf Platz 5, auch der Weelfel AlteReben konnte mit
einem 3.Platz unter den namhaftesten Produzenten Qualität beweisen. Daß wir in der
NEWS-Winzerauflistung um 20 Plätze vorrücken konnten, aber auch im sehr strengen
GAULT-MILLAU-Führer auf 16 Pkt. (ist nicht vielen Betrieben vergönnt) aufstiegen, freut
besonders.
Es war wieder ein sehr
feucht-warmes Jahr mit sehr schönem Herbst und eigentlich wenig Extremen, wenn man die
Gesamtniederschlagsmenge (1999 - 589mm) der letzten 4 Jahre als normal ansieht. Das
fördert natürlich die Fruchtbarkeit der gesamten Vegetation - hier lag deshalb die
Hauptproblematik dieses Jahrgangs 1999. So wie im Vorjahr beließen wir unseren Reben beim
Rebschnitt nicht mehr als 10 - 12 Augen, und doch mußten wir später noch viele Triebe
oder Trauben entfernen, besonders beim Veltliner. Da wir seit 1990 nur Bogen schneiden,
haben unsere Reben wenig "altes Holz" im Vergleich zum traditionellen
Erziehungssystem. Die hieraus ungewollt entsprossenden Wasserschosse trugen heuer auch 1 -
2 Trauben, früher hätte man auch diese dankbar von der Natur entgegengenommen (wie im
Jahre 1982). Ende August schwollen die gut ernährten Beeren noch sehr stark an. Je mehr
Wasser, umso mehr Frucht - zuviel des Guten !
Die Triebe wuchsen endlos, machten viele Blätter. Konsequente Laubarbeit war das
wichtigste, um Luft und Sonne an die Trauben zu lassen, Blätter weg, Geiztriebe raus,
Triebe hoch. Anfangs August gab es bereits blaue Trauben. Die Witterung im September
wandelte sich von feucht-schwül um, es wurde immer trockener, ein wunderbarer Herbst bis
November (einzelne kleinere Regenwolken waren zu verschmerzen).
Am 20.
9. begannen wir die Ernte mit dem Malvasier Floss, mit 18,5° rosa und vollreif, das Jahr kam dieser Rebe
sehr entgegen. Schon am 3. Oktober hatte der 1994 gepflanzte Sauvignon
Mitterweg 19,5° Zucker und war kerngesund, es wurde ein extrem duftiger
rassig-trockener Wein mit viel Paprikawürze und 13% Alk. Am gleichen Tag der Chardonnay
99 mit 20°, er vergor in Barriques und ist nun bald mit dem Säureabbau
fertig, gefüllt wird er im September. Die ganze 2.Oktoberwoche ernteten wir im Hammer
gesunde reife Veltliner-Trauben mit 17°, der Hefeabstich 99
wurde ein schöner duftig-rassiger Wein mit etwa 11 % Alkohol. Der Traminer
Mitterweg kam anschließend als 20,5°ige Spätlese in die Presse, er
wurde trocken und duftiger als jemals zuvor. Anschließend ernteten wir den Scheiben
Weißburgunder mit 21° und sehr gesund, er landete im trockenen Bereich,
guter Duft und extraktreich. Da wir die geschrumpften Trauben extra raussuchten, gibts
heuer auch eine WeißburgunderAuslese (23,5°), ist aber noch nicht fertig. Der 19°ige Rote
Veltliner fühlte sich heuer sehr wohl und reif:
wuchtig-rassig-feinaromatisch. In mehreren Etappen lasen wir den Fumberg Gr.Veltliner knapp unter 18,5°:
ein sehr spritzig-voller, reif duftender typischer Veltliner vom Lößboden. Ebenfalls
viele Erntedurchgänge beim Zweigelt
Hammer, vollreife aber fäulnisgefährdete Trauben kamen runter, die
gesunden Trauben ließen wir bis Anfang November hängen, das Ergebnis ist ein
Spitzenrotwein-Jahrgang 99, der runde dicht-dunkle CuvéeAllier99
ganz besonders (ab 2002). Der extratrockene Riesling Weelfel mit
12% Alk. weist durch seine kerngesunden Trauben heuer einen überraschend ausgeprägten
Rosenduft auf, vielschichtiger, aber noch verhalten ist da der Riesling
GösingerFreiheit, mit fast 20° Reife, jetzt trocken (4g Restzucker) und
vollmundig. Der Idealerntezeitpunkt war am 3.11. für den Weelfel
VeltlinerAlteReben, mit 20°gelesen, jetzt extratrocken, traumhafte Frucht,
dicht aber rassig, endlos lang. Leider kam nun Mitte November eine etwas feuchtere
Witterung, es wurde knapp für die Auslese Gr.Veltliner FelserBerg,
ein kräftiger rassiger Veltliner, heuer vielleicht doch "nur" Spätlese.
Pünktlich zum Vollmond Ende November rückten wir am Sonntagmorgen aus zum Eiswein
Gr.Veltliner, dessen bei -10°C eingefrorenen gesunden Trauben 34°Zucker
erreichten.
Der
neue Wein fällt besonders auf durch seine sehr ausgepägte Aromen und seine Reife. Es ist
einer der schönsten Jahrgänge der 90er und ist zum Großteil ab April erhältlich.
Der Jahrgang 1998 – Aus der Sicht des Winzers
- wenn eine Ernte ins Wasser fällt . . .
Denkbar günstige Wachstumsbedingungen ließen heuer alle Feldfrüchte 14 Tage früher reifen, nur leider der Herbst ging heuer etwas schief. Der Vorsprung rettete aber bei vielen Winzern das Produkt vieler Arbeitsstunden vorangegangener Monate, sogar Beerenauslesen gelangen. Die letzten 3 Jahre waren "grüne" Jahre, alles sprießte auch im Sommer, kein Braun im Gelände. Die Temperatur und Regenmenge waren überdurchschnittlich, laut meinen Niederschlagsaufzeichnungen war 1998 mit 613 mm das 2.regenreichste Jahr seit langem, knapp vor 1996 (583) und nach 1997 (714).
Ein sehr kalter Jänner schlug plötzlich im Februar in eine Warmphase um, sodaß anfangs März bereits Marillenbäume blühten, nur Marillenknospen in späten Lagen überlebten die März-Frostnächte, die so wie jedes Jahr bald darauffolgten. Unsere Weingärten hatten nur in tieferen Lagen den Verlust einiger Hauptaugen zu beklagen, weiter oben am Hang gabs keinerlei Probleme, die Knospen trieben erst Mitte April aus. So wie im Vorjahr beließen wir daher unseren Reben beim Rebschnitt nicht mehr als 10 - 15 Augen (je nach Standweite), um später nicht zuviele Triebe und Trauben entfernen zu müssen. Zum Vergleich schnitten wir aber 2 "Testzeilen" in der Ried Hammer etwas stärker an - diese quälten sich unter ihrer überreichen Last und blieben mittelmäßig. Die Rebblüte war anfangs Juni fertig und unverzüglich wurde die Jungtrauben schwer, alles gedeihte wie nie zuvor in feuchtwarmer Witterung: Juni und Juli waren regenreichste Monate, die Triebe wuchsen endlos, machten zuviele Blätter. Konsequente Laubarbeit war das wichtigste, um Luft und Sonne an die Trauben zu lassen, Blätter weg, Geiztriebe raus, Triebe hoch. Anfangs August gab es bereits blaue Trauben.
Die höchsten Erwartungen an den Wein wurden geäußert wegen der hohen Zuckerwerte schon anfangs September. Dann aber wurde es feucht und das Wetter stabilisierte sich erst Ende Oktober - dazwischen hatten wir in Fels 150 mm Regen (ähnlich wie 1995)! Wir rissen wie jedes Jahr Blätter weg, um den Trauben Trockenheit und Sonne zu geben, trotzdem aber wurde bald auch Botrytis sichtbar, so ernteten wir eben gezielt nur die befallenen Trauben in kleinen Teams. So verging streßreich die Zeit, wir konnten nur warten und regenfreie Tage nutzen.
Schon am September hatte der Sauvignon Mitterweg 19 Grad Zucker und drum auch etwas Botrytis, es wurden auch nur 300 l Wein mit Paprikawürze. Am 12. 10. ernteten wir den Floss Malvasier mit 18 Grad rosa und vollreif, er ist seit Mitte Dezember im Verkauf, etwas vollmundiger als der 97er. Dann kam der Hammer Zweigelt dran, um noch gesund zum Keller zu gelangen, zwischen 17,5 und 19,5 Grad KMW. Er erinnert an den 97erJungwein, gute Farbe, jetzt vielleicht etwas höher in der Säure. Die ganze 2. Oktoberwoche ernteten wir gezielt gesunde Trauben mit 17 Grad, bis endlich das Faß voll war mit dem Hefeabstich 98. Das Ergebnis ist ein lebendiger duftiger ausgewogener Veltliner mit etwa 11 % Alkohol und 7 Säure. Der Mitterweg Traminer kam anschließend als 20 Grad ige Spätlese in die Presse, der Chardonnay 98 ebenso, jedoch leider mit mehr Botrytis. Am 17. ernteten wir den Scheiben Weißburgunder mit 19,5 Grad in einer schönen sonnigen Phase mit ca 15% Trockenbeerenanteil und schöner Säure, er wirkt sehr extraktreich. Um den 22. erreichte der Fumberg Gr.Veltliner knapp unter 18,5 Grad: ein sehr voller, reif duftender Kabinett wie 97, aber rund 20% weniger Menge. Anschließend kam der Weelfel Riesling und der Rote Veltliner dran, beide jetzt mit 11,8% Alk und bestechender Duftigkeit. Ende Oktober wurde mit Spätlesereife von 19,8 Grad der Weelfel VeltlinerAlteReben gelesen, ein trockener kräftiger Wein mit ca. 13%Alk und 7,3 Säure. Anfangs November kam die GösingerFreiheit Riesling mit fast 20 Grad herein, jetzt sehr resch, aromatisch und ca. 12g Restzucker. Heftiger Wind erleichterte die Entstehung der Trockenbeerenauslese vom Gr.Veltliner, 13,9% Alk, 10g Säure und 110g Zucker. Ebenfalls fertig ist die Auslese FelserBerg Gr.Veltliner , die am 12.November gelesen wurde, ein sehr kräftiger eu-trockener Veltliner mit großer Dichte.
Entgegen vielen Befürchtungen können heurige Weine sicher an die 1997er-Weine anschließen, wenn man (trotz Mengenverlusten) mit der Ernte zugewartet hat. Die Umstellung unserer Rebkulturen in den letzten 10 Jahren (hohe schlanke Laubwände) kam uns besonders heuer zugute. Das mühsame 3malige Durchlesen hat sich gelohnt, wir haben einen guten Jahrgang im Keller, der etwa ab April zu verkosten sein wird.
Die 1998er-Weine präsentieren sich heuer früher, reifer, voller und zugänglicher als die vom Vorjahr, welche Monate länger brauchten zur Entwicklung. Ich vergleiche unsere Heurigen mit unseren 1998ern doch also ein sehr guter Jahrgang !
1997
Das Jahr 1997 und unsere neuen Weine
Ein äußerst vielverprechender Weinjahrgang 1997 liegt nun - fast - zur Gänze in den Fässern und es scheinen sehr vollmundige reife Tröpfchen bei guter Säurebalance geworden zu sein. Der feuchtkühle Charakter der ersten Jahreshälfte, die Erinnerungen an das kühle Jahr 1996 aufkommen ließ, mäßigte sich im Sommer zum Glück und ein sehr sonniger Herbst wendete alles zum Besten.
Das alles wußte man aber natürlich noch nicht zur Weihnacht '96, als das Thermometer in Fels auf -21°C fiel und erst wieder Mitte Jänner geruhte, sich von -10° fernzuhalten. Alle bei uns rechneten mit schweren Frostschäden (ab -18 beginnen Rebknospenteile je nach Sorte, Ertrag, Streß, etc. abzusterben) speziell in tieferen Lagen. Was in vielen anderen Weinbaugebieten auch wirklich eintraf - Knospen, die beim Austrieb "blind" bieben, verschonte gottlob die Felser: nur einzelne Hauptaugen von empfindlicheren Sorten waren erfroren, Nebenaugen ersetzten deren Funktion. Einzelne Winzer legten in Panik mit unmäßigem, Kompensationsschnitt den Grundstein zu einer Rekordernte. Wir entschieden uns im Jänner für normalen Rebschnitt, denn beim Querschnitt mit gutem Messer durch die Knospe waren nur wenige Augen schwarz. Es war aber tatsächlich haarknapp, und die österreichische Ernte ist mit 1,7 Mio hl eine der kleinsten der letzten 10 Jahre (nicht in unsrem Betrieb, da war es 1995).
Da der Winnter einen langen Atem hatte und der ganze April mit Schnee und Frostnächten bis -5° gesegnet war (welche die Marillenblüten sehr dezimierten), fanden es die Rebknospen einladender, erst im Mai zu schwellen. Dann gings aber sehr rasch. Es war ja immer feucht und wüchsig, ja bis September wurde die Bodenoberfläche nicht mehr trocken ! Es gab zwar noch einige Frostnächte (bis 1. Juni), aber scheinbar ging es sich doch irgendwie aus. Als Mitte Juni die Rebblüte einsetzte, begann dann auch eine regnerisch-kühle Zeit, dadurch verzettelten sich gerade die besseren, frühen Lagen und "verrieselten": Scheiben, Fumberg, Weelfel. Dort hatten die Trauben ganz kleine Beeren (schlecht befruchtete) und riesige, die den Schaden ausgleichen wollten, insgesamt ergibt das jedenfalls weniger Liter Most pro Hektar (bei uns 4.500). Also brauchten wir heuer keine Trauben auszudünnen, wir hatten ja auch unseren normalen Rebschnitt gemacht.
Juni, Juli und August fiel eine ganze Menge Gewitterregen, 360 mm, soviel wie sonst das ganze Jahr, der Boden wurde ganz weich und die Pfähle mußten wieder geradegerichtet werden. Die Reben wuchsen und wuchsen und erforderten dadurch besonders viel Laubarbeit, um Sonne hineinzulassen. Die Gewitter gingen natürlich nicht ohne Hagel ab, wir hatten 2 Stück: im Juli etwas in der Scheiben, und im September in Scheiben, Floss und Hammer bis 45 % Schaden. Zum Glück war es aber dann 3 Wochen trocken, daß der Schaden nicht noch mehr wurde. Die Beeren begannen Mitte August weich zu werden, am Tag war es heiß, in der Nacht sehr kalt. Das war gut, denn dadurch verschob sich die Ernte auf Oktober.
Am 8. 10. ernteten wir den Malvasier Floss mit 18° als schönen Kabinett, er ist seit Mitte Dezember im Verkauf als duftiger vollmundiger Jungwein. Tags darauf mit 17° holten wir den Hefeabstich 97 herein, er wirkt heuer sehr vollmundig reif trotz nur 11 % Alkohol. Er begeistert durch Duft und Spritzigkeit. Der Traminer Mitterweg kam am 11.10. als Spätlese in die Presse, die 180 l Jungfernlese vom Sauvignon Mitterweg hatten auch 19,5° Zucker.
Dann kam der Zweigelt Hammer dran, um noch gesund zur Gärung zu gelangen, eine 2. Partie dann eine Woche später mit 18,5°. Er verkostet sich sehr vollmundig und sehr dunkel schon als Jungwein.
Am 17. und 18. 10. erreichte der Fumberg Gr.Veltliner den richtigen Punkt zur Lese: ein sehr voller, reif duftender Kabinett mit knapp unter 7 Säure. Dieser Wein ist seit Ende Jänner auch schon in der Flasche: üppiger Duft, viel Körper, sehr lebendig, ein typischer Vertreter. Anschließend kam der Rote Veltliner dran, trotz hoher Mostsäure wirkt er jetzt schon sehr voll. Am 24.10. konnten wir mit 20°igem Chardonnay 2 Barriqufässer befüllen, sie beendeten gerade den Säureabbau. Deutlich weniger Scheiben Weißburgunder ernteten wir auch mit 20° und schöner Säure, er ist jetzt sehr voll, kernig und resch. Er wird wieder eines unserer Aushängeschilder.
Am 29.11. wurde mit Spätlesereife der Veltliner Weelfel gelesen, 3 Wochen später war er schon fertig, ein sehr wuchtiger Wein mit üppigem zitronigen Duft, wirkt fast schlank trotz 13% Alkohol. Anfangs November kam die Gösinger Freiheit Riesling mit fast 20° herein, er ist sehr duftig und ließ sich bei der Gärung sehr Zeit. Der leichtere Riesling Weelfel ähnelt ihm, ist aber schlanker. Ebenfalls fast fertig ist die Auslese Gr.Veltliner Felser Berg, die am 21.November gelesen wurde, noch eine Steigerung zum Weelfel, sehr feurig, wuchtig (ca. 15,5% Alk), braucht sicher noch 1 Jahr bis zur Trinkreife. Ob es sich für den Eiswein ausgeht, war lange nicht klar, wir haben noch 1000 kg Trauben hängengelassen. Am 17. Dezember schlugen wir zu und erreichten amtliche 30,5° KMW.
Dieser sehr vielversprechender Weinjahrgang wird großteils ab April in die Flaschen kommen. Die Preise bleiben fast gleich wie 1997.
Die Weinernte 1995 - ein mengenmäßig äußerst geringer Jahrgang
Nachdem das Jahr im Ende April eher spät begann und der Ansatz der Gescheine aufgrund des trockenen strapaziösen Vorjahres gering war, wurden durch die kühle Witterung beim Blütewetter Ende Juni nicht alle Blüten befruchtet. Lockerbeerige kleinere Trauben waren die Folge, welche in gewissen Lagen weiter dezimiert wurden durch die heuer sehr aktive Traubenwicklerraupen, denen das nicht zu heiße Wetter sehr bei der Entwicklung nützte. Der anfangs trockene Sommer im Juli wurde mit schönen Regenfällen ab August sehr reifefördernd und begünstigte die Entwicklung der ohnehin nicht sehr großen Traubenmengen. Im September kamen noch warme Reifephasen und so kam die Lese rasch näher. Es setzten dann massive Regenfälle ein, etwa 100 mm in einer Woche, welche noch nicht so schlimm waren. Dann jedoch folgte in kleinen Portionen eine weitere Regenperiode und brachte das Faß zum überlaufen: die Beeren derFrühsorten begannen nestweise zu platzen und zu faulen. Man mußte sich große Sorgen machen, würde es feuchtkühl bleiben bis November, wird dieses wunderbare Traubenmaterial noch verderben, bevor es reif ist ? Wir waren glücklich, daß wir konsequente Ertragskontrolle im Sommer gemacht hatten, denn bis Ende September gab es durch die feuchte Witterung keine Trockenbeeren., um die Zuckergrade anzuheben, falls man nicht genug Zuckergehalt erreicht hätte. Diese wurden nämlich durch die oftmaligen Schauer richtig ausgewaschen. Es stellte sich dann glücklicherweise eine stabile Wetterlage ein, die zwar mit feuchtem Hochnebel begann, aber dann immer trockener wurde und auch einige sehr warme Stunden in der Sonne brachte. Das direkte Sonnenlicht auf die Trauben - ermöglicht durch das Entblättern Anfang September - brachte wesentlich mehr gesunde und süße Trauben, denn im Schatten blieb es immer kühl und feucht. Die Blätter blieben sehr lange grün und bis Oktober in Betrieb - ganz im Gegensatz zum Vorjahr.
Den Malvasier Kabinett 1995 Ried Floss ernteten wir noch in ziemlich gesunden Zustand mit 17,3 Grad KMW am 21.September. Er gärte 3 Wochen, in der 4ten kam er schon in die Flasche, um für die Jungweinpräsentation "Junger Österreicher 95" fertig zu sein. Er wird aber wie die vorhergehenden Jahrgänge Potential haben für mindestens 2 Jahre, denn er ist dicht und extraktreich.
Nach genauerer Kontrolle der Veltliner-Weingärten in der Riede Hammer stellten wir fest, daß wir uns sputen müßten, um noch einen leichten Veltliner von 17 Grad zu erwischen, andernfalls der Alkohol zu hoch würde. So ging das letzte Septemberwochenende drauf, um bei schöner Säure den Hefeabstich 1995 Grüner Veltliner ins Faß zu bringen, er hat jetzt etwa 10,8 % Alkohol und ist wunderbar duftig und säurebetont.
Die ersten Oktobertage kam der Fumberg 1995 Grüner Veltliner Kabinett an die Reihe, dessen Trauben knapp vor der nächsten herannahenden Front schön abgetrocknet waren. Der obere Teil 18,7 Grad und der untere Teil am nächsten Tag 17,8 Grad ergaben einen Most mit 18 und etliches bei guter Säure. Also war es gut, daß wir den Zeitpunkt für diesen Wein so gut errieten, andernfalls wäre der Fumberg ein ganz anderer Typ Wein geworden als beabsichtigt.
Da der große Regen dann doch gottlob bei uns am Wagram ausblieb, nutzten wir die Zeit für den Scheiben 1995 Weißburgunder , der mit 19,5 Grad Zucker und 10,5 Promille Säure sehr vielversprechend wurde. Er dürfte durch den Trockenbeerenanteil eine edle Note bekommen und verkostet sich sehr kräftig und dicht, wird aber sicher wieder mehr als ein Jahr bis zur Höchstform benötigen.
Nebenan in der Riede Scheiben wies unser Chardonnay 1995 bereits 20 Grad auf, der Zustand erlaubte keine längere Wartezeit mehr, also ab in die beiden Alliereichenfässer der Firma Schneckenleitner zur Vergärung. Er erscheint jetzt voll, rassig und kräftig, aber nicht rundlich. Er wird jede Woche aufgerührt, um die Hefe in Schwebe zu halten und das bis etwa April.
Nach einer gewissen Erntepause aufgrund der zähen Herbstnebeln lichteten sich diese dann endlich in den Tagen um den Vollmond am 8. Oktober, und im Sonnenschein erreichten die Temperaturen 25 Grad. So erreichte der höhergelegene und etwas spätere Weingarten des Terassenveltliners endlich ein gewünschtes Reifestadium. DerWeelfel 1995 Veltliner von der Terrassse wurde mit über 19 Grad und 9 Promille Säure geerntet. Er ist deutlich kräftiger geworden als der Fumberg und hat einen ganz feinen frischen Duft nach Zitrusfrüchten.
Nach einigen weiteren Tagen wurden die Nebel wieder mehr, erst mittags kam die Sonne durch, Tendenz immer schlechter werdend. Und da unser Riesling dann doch ab ca. Oktober massive Botrytis-Probleme machte, mußten wir uns überlegen, ihn jetzt günstig zu erwischen oder das Risiko einzugehen, bald vielleicht weniger als die Hälfte des gesunden Materials ohne Botrytis zu haben , zuwenig gesunde Beeren. Die Beerenauslese wurde auf einen Jahrgang vertagt mit mehr Erntemengen.. (Wir hatten auf 1 ha nur 1700 kg ! ) Aufgrund dieser Tatsachen kam am 11. Oktober der Gösinger Freiheit 1995 Riesling mit 19 Grad und 12,5 Promille ins Faß, die Sorge, daß die Reife nicht hoch genug wäre, war unbegründet. Er setzt sich wieder zusammen aus den Rieden Spiegel, Weelfel und Fumberg, diese liegen alle in der Felser Katastralgemeinde Gösing am Wagram, daher kommt die neue Bezpeichnung aus dem Volksmund “Gösinger Freiheit“.
Die Rotweine von der Riede Hammer wurden mit 18 - 19°geerntet und etwa 20 Tage auf Maische stehengelassen. Den Hammer 1995 Zweigelt wird es erst in ca. 2 Jahren geben, den Cuvée Allier 1995 erst in 3 Jahren, also ab 1989.
Der Felser Berg 1995 Grüner Veltliner wurde mit 22 ,5 Grad am 23. Oktober gelesen mit 20 % Rosinenanteil. Er gärte 90 Tage, stoppte knapp vor dem trockenen Bereich, ist ungeheuer konzentriert und kann sicher viele Jahre reifen..
Zusammenfassend muß man sagen, daß die Ernte die kleinste seit 1985 war, mit einem Durchschnittsertrag von nicht ganz 3.000l pro Hektar, was über die Qualität auch schon einiges aussagt. Die Weine scheinen sehr dicht und rassig - also langlebig - zu werden, sie ziehen dicke “Kirchenfenster“ im Glase. Durch Entblättern und Auslesen ist die Botrytis eigentlich nur zum Vorteil gereicht.
- eine internationale Rebsorte auf LössSauvignon Blanc 2004
In fast allen Weinbaugebieten der Welt findet man diese feinwürzige Rebe, die aber sehr anspruchsvoll an den Standort ist. Genau dies macht es für uns interessant, denn unsere Weißweinlagen bringen sehr feine ausgeprägte Aromen hervor.
Vergleichen auch Sie das Mikroklima von Fels am Wagram mit dem Rest derWelt.
1994 wurde mitten im klassischen Lößbodenbereich beim Keller Mitterweg (unteres Hangdrittel) der Weingarten gepflanzt - eine sehr frühe Weinbergslage, gut für kräftigen Körper und hohe Extrakte.
Der 2004er -Wein ist reif und kerngesund am 18. Oktober 2004 geerntet worden, weist strahlende Paprikawürze und Duft nach Holunder auf, ein kernigtrockener, aber sehr wuchtiger Vertreter , auf den wir sehr stolz sind. 1999 wurde bei einer großen SauvignonKost im VINARIA 3.Bester Österreichs exaequo mit dem besten Steirer.
Der 2000er Mitterweg Sauvignon wurde um den 10 September hochreif und gesund zur Gärung gebracht und im März darauf in die Flasche:
Tiefgründig fruchtiger Duft, Paprika, Melone, daneben Rote Johannisbeere. Am Gaumen Aromafortsetzung, ausgewogen Extrakt und Würze. Schöne Aromatik, die durch ihre Exotik beeindruckt.
Die wenigen Flaschen werden bald vergriffen sein, es ist daher ratsam, den neuen noch vor Juni zu ordern.
Siehe auch unter Genaue Beschreibung in der Seite "Nebensorten".
Trockenbeerenauslese und Eiswein
Alljährlich versuchen wir, 1 oder 2 Süßweine zu ernten, wenn Botrytis nicht funktioniert, wirds bestimmt was mit Eiswein !
1990, 1991, 1992, 1993, 1995, 1997, 1999, 2001, 2002, 2004 waren unsere Eisweinjahrgänge.
1998 Die ersten Novembertage 1998 brachten trockenen Wind und eine Wetterbesserung, welche ungeahnte Möglichkeiten eröffnete: mit dem Edelpilz Botrytis befallene Trauben trockneten rasch zu Rosinen ein. Seit 1995 war diese Möglichkeit nicht so umfangreich gegeben.
Wir nutzten die Gunst der Stunde und ernteten eine wunderschöne GrünerVeltliner-Trockenbeerenauslese, die jetzt durch den Duft reifer Williamsbirnen, Honig und grüne Sortendüfte gefällt, die Säure ist sehr schön und steht mit der Süße im Einklang. Sie lag 6 Monate in einem Holzfaß und wurde September abgefüllt.
Die
erstmalige Ernte dieser Rarität wird zu einem gewissen Teil in unsere Vinothek wandern,
ab September werden aber doch einige Flaschen in Verkauf gehen. Siehe auch unter Genaue Beschreibung
in der Seite "Grüner Veltliner".
1999 Die letzten Novembertage 1999 brachten wieder trockenen Wind und eine Wetterbesserung, klare Nächte, und am Sonntag kam zum Vollmond auch der Frost: 34 Zuckergrade (ungefähr 34% Trockensubstanz) hatte der Most. vom Gr.Veltliner Eiswein.
Siehe auch unter Genaue Beschreibung in der Seite "Grüner Veltliner".
2000 Ende September wieder Regen, Nebel, warm - weitere Lesepause. Dann anfangs Oktober wieder Föhn und Wind , nun kamen sehr reife Weine mit potentiell 14 Vol% Alk und darüber: Gösinger Freiheit Riesling und VeltlinerReserve FelserBerg. Und da auf die Botrytiszeit etwa 14 Tage trockene kühlere Witterung folgte, konnte sich der Jahrgang 2000 als eines der Süßweinjahre im Donauraum einreihen: am 20. Oktober folgten Veltliner Beerenauslese und Riesling Trockenbeerenauslese mit 33 Grad !
2001 Am 10.12. war Nachtfrost von - 8 Grad Celsius, wir warteten bis Montag, wo noch kälter prognostiziert wurde, und wirklich kam bei - 11 Grad der Eiswein vom GrünerVeltliner mit fast 40 KMW herein, zwar mit einer Mikromenge von nur 70 Liter, aber noch nie hatten wir so konzentrierten Most in unserem Keller - eine Besonderheit ! Er schmeckt mit seiner hohen Säure sehr angenehm und balanciert.
2002
Der Abschluss der
Lese erfolgte mit dem
EISWEIN vom Gr.Veltliner (34KMW) am 9.Dezember bei -10°C, witzigerweise der gleiche Montag wie im Vorjahr.
Es war noch 3 Tage lang kalt. Vorher war es lange sehr nass, aber kühl und wir
hatten die Trauben ausselektioniert. Die Menge war gut.
Die Aromatik ist heuer sehr ausgeprägt bei ausbalancierter Säure.
2004 Mit den Prädikatsweinen zeigte sich der Jahrgang sehr günstig, diese Raritäten gibt es aber erst ab September 2005 in der Flasche - gleichzeitig mit den Reserveweinen. Am 19.November nach 2tägigem heftigen Wind schafften wir durch genaues Auslesen endlich vom Gr.Veltliner eine Beerenauslese mit 30 Grad. Kurze Zeit später, am 26.November gelang durch gutes Timing ein Gr.Veltliner Eiswein am 2.Tag von zwei Frosttagen mit minus 8 Grad Celsius, mit schönen 27,5 °KMW.Die Prognose war keine große Hilfe, unsere Wettererfahrungen seit 1990 umso mehr, was besonders wichtig ist in Jahren mit nicht extrem tiefen Temperaturen. Tatsächlich scheint es der einzig mögliche Termin heuer gewesen zu sein.
Großflaschen und Vinotheksweine
Bei längerer Lagerung (ab 1 Jahr) ist festzustellen, daß der Wein in der Großflasche einfach besser schmeckt als in der kleineren.
Das steigende Qualitätsbewußtsein der Weinliebhaber hat auch viele Gastronomen veranslaßt, ihre Weinkeller bei großen Weinen auch mit großen Flaschen zu vervollständigen.
Deshalb haben wir vom neuen Sortiment auch in 1,5 l-Magnums vorrätig:
Weelfel, Felser Berg, Scheiben, GösingerFreiheit, CuvéeAllier
in 3 l und 5 l - Flaschen:
VINOTHEKSWEINE:
derzeit im Verkauf erhältlich (begrenzte Mengen):
erhältlich in: 0,75 l-Flaschen , 1,5 l-Flaschen, 3 l Flaschen , Sonderflaschen
Link zu Jahrgangsbeschreibungen 2001, 2000, 1999, 1998, 1997, 1995
- Aus Donauland wird wieder WagramWeinregion Wagram wieder am Etikett !
Nach rund 20 Jahren ungeliebter Bezeichung "Donauland", welche eher ohne Winzerbeteiligung beschlossen worden war, kehrt man endlich zum alten historischen Gebietsnamen zurück. Da die südlich gelegenen Weingärten nur einen Bruchteil ausmachen, war dieser Schritt für die Winzer der nördlichen Weingärten (2.800 ha) ein alter langgehegter Wunsch. Die Südländer (280 ha) jedoch dürfen auch "Klosterneuburg" aufs Etikett setzen, die alte Bezeichnung vor 1985.
Die neue Weinregion WAGRAM behält daher ihren Flächenumfang von 3.100 ha bei, und ist nebenbei bemerkt prozentuell das Gebiet mit der höchsten Bioweingärtendichte Österreichs.
Weiter Infos: ÖWM-Homepage
- Hackschnitzel statt Öl
Kurzzeitig war die Weinverkostungsmöglichkeit unterbrochen, Staub, Löcher, Bohrhämmer waren der Grund.
Nach 40 Jahren wurde es notwendig, die alte Heizung durch eine österr.Technologie zu ersetzen, welche keine fossilen Brennstoffe verbraucht, sondern auf erneuerbare gespeicherte Sonnenenergie (CO2neutral) zurückgreift. Dazu wurde es notwendig, bis tief in die Wohnbereiche aufzustemmen und zu graben.


