Das Terroir
1. Bodenarten der Region Wagram
30-40% Kalk, sandiger Lehm - ideale Körnung für Speicherung
kalkhältig, 2 Arten: rot = tertiär, hell = eiszeitl.; trocken, wenig Speicherung
kalkhältig, mit oder ohne Schlier (Ton)anteil; meist trocken, meist spezielle Situation
2. Wo findet man welche Böden ? Das Gelände steigt in mehreren Stufen von der Donau (183 m Seehöhe) die Talabhänge (Wagram = Wogenrain) an, der Ort Fels am Wagram (218m) steht auf der Schotterterrasse der 2. Eiszeit (Mindel), dabei ganz unten Steine bis zu 300 kg, welche wir beim Kelleraushub fanden. Die Donau formte diese Terrassen durch Erosion und Ablagerung.kalkarm, aber mit Löß gemeinsam, leicht verwitternd, eisen-u.KaliMg.reich,
Das Ortswappen zeigt die Kirche am Anhang über der Donau stehend mit Fischerboot und Rebstock: ein Hinweis auf die stark verzweigten Donauarme, welche noch um 1300 bis zum Wagram reichten. Alles ruht auf einem Gneissockel, der entlang der Bahnstrecke Fels - Feuersbrunn sichtbar ist.
2 km nördlich von Fels beginnt das eigentliche Weingebirge (220 - 371 m) mit Lößboden - der überwiegende Anteil unserer Weingärten - ein gelber lehmig-sandiger kalkhältiger Boden, während der Eiszeit vom Gletschergeröll vom Wind angeweht, bis 20 m mächtig, gut wasserspeichernd und doch luftdurchlässig genug - ideal für die Reife. Da wir genau an der Grenze zwischen Wald- u. Weinviertel liegen, treffen hier die Südhänge des Manhartsbergs (Ausläufer d. Böhmischen Masse) auf die Donau, drum schaut an mehreren Stellen Gföhler Gneis an die Oberfläche, im Weelfel ist er von Sand bedeckt (Meeressand, enthält 25 Mio J. alte Austernfossilien, Seeigel, Haifischzähne), der Manhartsberg war im Tertiär ein paarmal Küste eines tropischen Meeres. Im Spiegel von Rotem Schotter (2 - 7 Mio J.alt) bedeckt, Ablagerung der voreiszeitlichen Urdonau auf dem Weg ins Meer . Beide Böden sind trockener und karg, sie bilden elegante schlanke Weine mt feinen, zarten Aromen.
3. GeologischeVerhältnisse Wagram
Ist-Situation
Situiert genau am Übergang von Böhm.Masse (Kristallingestein) und Molassezone (Schotter, Sedimente): auf Kristallinsockel (Gneis) liegt kalkreiches Tertiärsediment, darauf bis 25 m Löß aufgelagert, tiefgründig, aber humusarm
Geolog.Bildung der Böden im Zeitraffer:
B. Die Weinbergslagen Von Westen nach Osten beschrieben

Da die Donau, der größte Strom Mitteleuropas, hier von West nach Ost fließt, hat bei uns der Wagram fast nur Südhänge, die zum Donaubecken abfallen, hier von 371 m auf 183 m Seehöhe.
- hier ist die Frucht sehr ausgeprägt

Veltliner
und Riesling steht in den ganz oben am Hang liegenden Rieden (300
- 370 m), deren steinig-schottrige Nährstoff- und Wasserarme Art schlankere
Weine bringt als am Lößboden im Fumberg, der aber auch im oberen Teil des
Gösinger Bergs zwischen 300 und 250 m liegt. Hier gibt es nie Frost und die Weine sind
immer schlanker und eleganter als in den tieferen Lagen. Die Weine von Weelfel
und Spiegel entfalten sich in der Flasche erst im darauffolgenden
Winter, der Fumberg (Lößboden) ist eine wesentlich frühere Lage, vom Wein als
auch von der Reife her gesehen. Sie besitzen einen ganz eigenen Charakter und haben
eine Sonderstellung unter unseren Weinen ! Meist ernten wir sie sehr spät, um dem Weine
gerecht zu werden und das volle Potential zu nutzen.
Blick vom Gösinger Weelfel Richtung Kamptal und Krems auf den Feuersbrunner Spiegel.
Die Flora und Fauna dieser Lagen ist ökologisch sehr wertvoll (Seit 2002 will man über diese Naturkleinode durch das möglicherweise geplante Strassenprojekt zwecks EU-Transit leichtfertig "drüberasphaltieren" (Zitat eines NÖ Landtags Abgeordneten, Krems-Land).Wir hoffen, daß das nicht passieren wird.)
- wo Reife kein Problem ist
Hier ist das mittlere Hangdrittel (250 - 300m), die Hangmitte. Nur ganz wenig humoser Oberboden, aber bis zu 20 m tiefer Löß mit 40% Kalk sind die Böden der östlicheren Lagen Mitterweg und Scheiben, die sehr wuchtige volle Weine bringen (Weißburgunder, Chardonnay, Traminer), weil sie tiefer und geschützer liegen. Fülle und Wuchtigkeit sind ihre Stärken, frühe Blüte, frühe Ernte, beste Lage nach Süd-Süd-Ost. 1994 kamen auch 3.000 Pflanzen vom Sauvignon blanc im Kellerweingarten zur Pflanzung.
Hier ist Bewässerung nicht notwendig, da die Reben aus bis zu 20 m Tiefe ihr Wasser holen können.

- die frühen Lagen für den Rotwein und früh zu erntenden Weisseine
Liegen im unteren Teil des Hangs (220 - 250m) mit nur sanfter Hangneigung, wo die Wasser- u. Nährstoffversorgung am besten und die Nächte wärmer sind als oben - hier gibt es niedrigere Mostsäurewerte und mehr Luftbewegung: ideal für Zweigelt und leichte Veltliner. Hier wird immer mit der Ernte begonnen. 50 cm humoser Oberboden und dann 10 m tief Löß gewährleistet beste Bedingungen. Darunter sind schottrige voreiszeitliche Tertiäre Böden (Molassezone)
Auch hier ist Bewässerung nicht notwendig, da die Reben aus bis zu 10 m Tiefe ihr Wasser holen können. Der gelbe sandig-lehmige Löß speichert Wasser sehr lange, hat aber auch noch genug Hohlräume, um Luft durchzulassen (für die Pflanzenwurzel wichtig).
NACH OBEN
Fels, Gösing und Feuersbrunn und
Engabrunn, auch Teile von Straß teilen sich eine geschlossene
Rebfläche rund um den Hengstberg, ein SüdAusläufer des Manhartsbergs, mit über 1.000
ha Weingärten. Ein riesiges Rondell, wo der höchste Punkt (371 m) von Mischwald
(Föhren, Eichen, Buchen, Lärchen...) umkränzt wird.
Die Hangneigung ist oben ganz beachtlich, es sind aber doch keine Steinterrassen von einer Parzelle zur anderen nötig, sondern die Wurzeln von üppig blühenden Wildsträuchern befestigen die Ränder, sog. "Gstetten",die oft 5 oder 10 m Höhe haben. Es sind blühende Ödflächen, Ökoinseln, die ökologisch und landschaftlich von höchstem Wert sind, beherbergen seltene Tiere, Blumen, Ameisenhaufen, Wildfrüchte, etc. Wegen des kleinstrukturierten Weinbaus sind hier die "Gstetten" nicht der Kommassierung zum Opfer gefallen. Auch die "Kellergassen" sind Refugien eigener Flora und Fauna - Hohlwege, in Lößböden durch Erosion oft 20 und 30 m tiefe Gräben, wo der Traktor durchfährt und in den Kellern der Wein entsteht, aber die Natur weiterbestehen kann. Nachhaltiger biolog. Weinbau hat hier besondere Berechtigung.
Fels am Wagram hat 200 Weinkeller in 7 großen Kellergassen verteilt, jedes Jahr Ende Juni gibt es ein großes Kellergassenfest, ideal, um Natur ud Wein in Ruhe zu entdecken. Auch mit dem Rad ist der Wagram gut zu befahren, wir haben hier nicht viel Verkehr, ein richtiger Geheimtip.
NACH OBEN